Prange-Roman wird verfilmt

Fast keine Drehorte in Altena vorgesehen: Kulissen vorwiegend in Tschechien 

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Buchautor Peter Prange nimmt die Tatsache, dass die Verfilmung seines Romans fast ausschließlich in Tschechien gedreht werden soll, sportlich: „Altena ist eben überall“, sagt er.

Altena – Wenn im kommenden Monat mit der Verfilmung des Peter Prange-Romans „Unsere wunderbaren Jahre“ begonnen wird, dann bleibt Altena entgegen der bisherigen Planungen weitestgehend außen vor.

Obwohl das Buch, das die deutsche Nachkriegsgeschichte erzählt, fast komplett in Altena spielt, wird in erster Linie in Tschechien gedreht. Hauptgrund: Dort fanden die Location-Scouts Orte, die noch den typischen 50er-Jahre Flair ausstrahlen. In Altena hätten Satelittenschüsseln, Verkehrszeichen, Leuchtreklamen und manches mehr demontiert werden müssen, um das passende Ambiente zu schaffen. 

Ganz ohne die Burgstadt geht es aber nicht: Ansichten der Burg würden auf jeden Fall zu sehen sein, verriet gestern Peter Prange. Geplant ist auch, zeitgenössische Filmdokumente aus der VDM-Münze einzublenden. Um die dreht sich nämliches vieles in dem 2016 erschienenen Roman: Die am Schwarzenstein hergestellte D-Mark steht schließlich wie sonst kaum etwas sonst für das deutsche Wirtschaftswunder, das Prange in seinem fast 1000 Seiten dicken Buch erzählt. 

Dabei stellt er die Fabrikantenfamilie Winter in den Mittelpunkt, erinnert aber auch an viele andere Personen der Altenaer Zeitgeschichte wie zum Beispiel Fritz Berg, der im Roman Walter Böcker heißt. Andere werden mit ihrem richtigen Namen genannt, zum Beispiel die BGA-Pauker Herward Krasemann und Heinz Scholl. Auch dem Bettenhaus Prange, das seinen Eltern gehörte, setzt Prange ein literarisches Denkmal. 

Der Roman schaffte es schnell auf die Bestsellerlisten, ebenso schnell stand fest, dass zumindest der erste Teil davon verfilmt werden würde, und zwar als Dreiteiler für die ARD. Stark gemacht hat sich dafür Filmproduzent Benjamin Benedict, der im deutschen Filmgeschäft einen sehr guten Namen hat. Er produzierte unter anderem „Bornholmer Straße“, „Kudamm 56“ und den Mehrteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“. 

Benedict wurde zwei Mal mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Aber natürlich ist auch der beste Produzent ohne gute Darsteller nichts wert: Katja Riemann ist eine der Hauptdarstellerinnen. Auch die anderen Rollen seien gut besetzt, befand Prange nach dem Casting. 

Ermöglicht wurde die Verfilmung des Prange-Buches übrigens auch durch die Filmförderung NRW, die 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellte. Sollte man da nicht meinen, dass auch in NRW gedreht werden müsste? Peter Prange nimmt es sportlich: „Altena ist eben überall“, sagte er und erinnert daran, dass die Burgstadt in seinem Buch ja exemplarisch stehe für die Geschichte Nachkriegsdeutschlands. 

Dass Altenas Bekanntheitsgrad durch den Roman ohnehin gewachsen ist, belegt eine Anekdote, die der Autor gern erzählt: Vom Bürgermeister Hollstein weiß Prange, dass der einst auf einer Tagung einen süddeutschen Kollegen getroffen hat, der darüber staunte, dass es Altena wirklich gibt und nicht nur im Buch. Gut also, dass Altena auch im Film Altena bleibt – auch wenn größtenteils in Tschechien gedreht wird.

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