Ungewohnt großes Interesse an Ausstellung mit Arbeitsschutz-Plakaten im Kreishaus

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Zwei weitere Beispiele aus der Ausstellung, die noch bis Ende Januar zu sehen sein wird: Nostalgischer Charme und simple Botschaften prägen den Charakter der Plakate.

Altena - Die Resonanz auf die jüngste Ausstellung im Kreisarchiv – sie zeigt Arbeitsschutzplakate aus den 1950er Jahren – ist überraschend. „Ein solches Interesse habe ich nicht für möglich gehalten“, sagt Kreisarchivdirektorin Dr. Christiane Todrowski.

Es werde momentan sehr viel fotografiert auf den Fluren des früheren Landratsamtes, ob mit Smartphones oder mit Kameras. Die Motive sind ganz einfach sehr ansprechend und „aus der Zeit gefallen“. Seit Mitte Oktober ist die Ausstellung zu sehen, die das Attribut „ungewöhnlich“ wahrhaft verdient hat. Zu sehen sind 50 Plakate von hoher grafischer Aussagekraft und mit heute beinahe seltsam klingenden Appellen: „Schiebe nichts auf morgen, tu es gleich - Unerledigte Arbeiten verfolgen Dich noch im Schlafe!“ Oder: „Frage rechtzeitig! Du vermeidest kostspielige Fehler und Reklamationen!“, heißt es auf einem anderen Plakat. 

Ein weiteres Motiv zeigt einen Mann im grauen Arbeitskittel. Hinter ihm steht ein anderer Mann im Schatten und flüstert etwas in sein rechtes Ohr: „Verleumdung - Hör nicht hin!“ fordert der Grafiker in großen Lettern. „Uns erreichen sehr viele Anfragen von Sammlern, ob es vielleicht Duplikate gibt, die wir verkaufen würden“, berichtet Dr. Christiane Todrwski weiter. Einer der Anrufer war sogar ein Nachfahre von Erich von Kuk (geboren 1905), dessen Industria GmbH in Berlin einst diese Plakate vertrieben hatte. „Als Kind hat er die Rückseiten der Plakate als Malpapier verwendet - jetzt sucht er sie in ganz Deutschland“. Leider muss die Kreisarchivdirektorin bei diesen Anfragen abwinken. „Duplikate haben wir nicht.“ 

Aber, und das ist die gute Nachricht, die 50 Plakate sind nicht der gesamte Bestand, es gibt noch einige mehr. „Wir denken deswegen über einen Teil 2 nach.“ Die Ausstellung könnte also zu gegebener Zeit eine Fortsetzung erfahren. Andere Ausstellungsräume als an der Bismarckstraße könne man sich durchaus vorstellen, so Dr. Todrowski, aber es müsse eine gewisse Sicherheit gewährleistet sein. Zu schnell könnten sich sonst Langfinger an den begehrten Stücken vergreifen. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar zu sehen. Zunächst aber wird das Interesse im Kreisarchiv auf eine andere Präsentation gerichtet. Am 11. Mai kommenden Jahres wird eine ebenfalls sehr sehenswerte Sammlung in den Mittelpunkt gerückt – dann geht es um großformatige Schulwandkarten aus der Kaiserzeit. Auch hier gilt: Nicht entgehen lassen

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