Ungewöhnliche Maßnahme

Kochen mit Gas ist noch immer preiswert: 6,25 Cent kostet die Kilowattstunde – für Strom verlangt Mark-E das Dreifache.

ALTENA ▪ Die Stadtwerke werden ihren Gaspreis zum 1. Oktober um knapp elf Prozent erhöhen. Für den Durchschnittsverbraucher (20 000 Kilowattstunden/Jahr) bedeutet das eine monatliche Mehrbelastung von 11,50 Euro. Sie reduziert sich auf 7,53 Euro, wenn Kunden in den neuen Tarif „Burggasfair XL“ wechseln.

Burggasfair XL ist für alle gedacht, die mehr als 10 000 Kilowattstunden Gas verbrauchen. Wer diesen Tarif nutzen will, muss sich mit den Stadtwerken in Verbindung setzen und eine entsprechende Tarifänderung vereinbaren. Die Laufzeit dieses Vertrages beträgt ein Jahr.

Mit ihrer Erhöhung liegen die Stadtwerke auf einer Linie mit den Gasversorgern der Nachbarstädte. Und: Auch die in Altena aktiven Billiganbieter mussten die Preise erhöhen, teilweise sogar drastisch. So boten die Stadtwerke Troisdorf den Altenaern Anfang 2010 das Gas zum Kampfpreis von 4,47 Cent pro Kilowattstunde an. Inzwischen haben sie auf 6,17 Cent erhöht und liegen damit in etwa auf dem Niveau der Stadtwerke Altena. Preisbrecher Teldafax ist nach seiner Insolvenz ganz vom Markt verschwunden, davon waren rund 100 Altenaer betroffen. Für sie stellen jetzt die Stadtwerke die Gasversorgung sicher.

Die flächendeckende Gaspreiserhöhung hat nicht nur mit der Ölpreisentwicklung, sondern auch mit dem Aufschwung zu tun. Sowohl die Preise an der Gasbörse als auch der an das Öl gekoppelte Gasübergangspreis stiegen in den vergangenen Monaten rasant. Schon seit Beginn des Sommers sei der Tarif der Stadtwerke nicht mehr kostendeckend gewesen – „und jetzt, mit Beginn der Heizperiode, fing es an, wirklich weh zu tun“, sagt Geschäftsführer Marc Bunse.

Das Unternehmen begleitet die Preiserhöhung übrigens mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Wenn die Kunden in Kürze die vorgeschriebene schriftliche Preisinformation erhalten, dann liegt dem Schreiben ein Brief der Märkischen Revision bei. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die Gaspreiserhöhung im Auftrag der Stadtwerke unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss, dass das Unternehmen nicht die komplette Preissteigerung nach der letzten Tarifanpassung im Oktober 2010 an die Kunden weitergegeben hat. „Den Rest werden wir durch Kostensenkungen auffangen,“ verspricht Bunse.

Nach Angaben des Unternehmens liegt der Gaspreis mit 6,25 Cent pro Kilowattstunde (Tarif Burggas fair GV IV) noch immer 17 Prozent unter den Tarifen von 2008. Und: Der Ölpreis sei in den vergangenen Monaten deutlich stärker gestiegen. ▪ ben.-

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