Stadtführung

Unbekannte Altenaer Geschichten bei letzter Stadtführung

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Um die Frühgeschichte der Stadt hat sich im Jubiläumsjahr Gerd Klimpel gekümmert – im prächtigen Grafengewand. 

Altena - Zum letzten Mal führte das Stadtführerteam interessierte Bürger anlässlich des 650-jährigen Bestehen der Freiheit Altena durch die Burgstadt. Dabei erzählten sie auch Geschichten, die sonst in Altena selten erzählt werden.

Gestern noch waren die starken Frauen Thema bei einer Sonderführung des Stadtführerteams, doch auch bei der dritten und letzten Jubiläumsführung zum 650-jährigen Bestehen der Freiheit Altena sind die Altenaerinnen groß rausgekommen. 

Zahlreiche Teilnehmer haben sich von den Grafen von der Mark und ihren Weggefährten durch die Jahrhunderte begleiten lassen. Umfangreicher war sie und optisch sehr ansprechend, die 650-Jahr-Stadtführung. Enthalten hat sie natürlich die stadtbildprägende Geschichte, aber auch viele selten erzählte Begebenheiten. Weitgehend unbekannt in Altena ist zum Beispiel die Geschichte der Reidemeisterinnen. 

Teilnehmer mit der Kopie der Freiheitsurkunde.

Sechs diesen Beruf ausübende Frauen sind im 18. Jahrhundert dokumentiert worden, drei Altenaerinnen waren sogar als Zögerinnen mit eigener Rolle gelistet. Zumeist waren sie Reidemeisterwitwen, die erfolgreich die Betriebe ihrer verstorbenen Männer fortführten. „Sie kannten sich in ihrer Branche ja gut aus, denn Drahtziehen war auch ein Heimarbeitsgeschäft, in das die gesamte Familie mit eingebunden war“, weiß Ursula Rinke. 

Dieter Tischhäuser beleuchtete die Hochwasser.

Die kleinen Feuerstellen, das wissen viele Bürger noch heute, waren verantwortlich für einige Stadtbrände. Weitaus weniger katastrophal wirkten sich die Hochwasser aus, worauf Dieter Tischhäuser an der Hochwassermarke einging. Sigrid Hohmann hat sich mit den baulichen Besonderheiten beschäftigt: „Viele Innenstadthäuser wurden extra so angepasst, dass sensible Güter hochgelagert werden konnten und gar nicht erst vom Hochwasser erfasst wurden. 

Als natürliche Kühlkammer wurde der Fels im Burgberg genutzt. Noch heute gibt es in manchen Häusern Reste dieser Kämmerchen, aber man muss sie gut trocken halten!“ Lohnenswert, das betont Hohmann immer, ist beim Gang durch die Innenstadt der Blick nach oben, wo die Details an den Fassaden aus der wilhelminischen Zeit ein echter Blickfang sind. 

Zahlreiche Gäste wurden mit den Jubiläumsstadtführungen erreicht.

Altenas Handelstreibende hatten in den Jahrhunderten davor keinen Blick für die Schönheiten des Sauerlands, wenn sie 40 Kilogramm schwere Drahtrollen über den Drahthandelsweg wuchteten, worauf Stefanie Ingenpaß am ehemaligen Iserlohner Tor einging. Und in die Lutherkirche, einst Treffpunkt gelebter Ökumene von Katholiken, Lutheranern und Reformierten, lud Heidi Rostek ein. 

Burg Holtzbrinck und Stapel waren die letzten Stationen der Jubiläumsstadtführung, die es in diesem Umfang nicht mehr geben wird. Auf besondere Aspekte der 650-jährigen Geschichte wird das Team aber auch im nächsten Jahr wieder eingehen. Gerd Klimpel geht dann wieder auf den Spuren der Drahtzieher durch die Nette – aber ohne gräfliche Gewandung.

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