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Umstrittene Mitglieder im Rundfunkrat: Landtagsabgeordneter aus MK weist Vorwürfe zurück

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Von: Thomas Bender

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Thorsten Schick (r.). hier beim  Stadtempfang in Altena, mit  Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU, Nedschroef-Chef Karl-Heinz Munz und Pfarrer Ulrich Schmalenbach.
Thorsten Schick (r.). hier beim Stadtempfang in Altena, mit Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU, Nedschroef-Chef Karl-Heinz Munz und Pfarrer Ulrich Schmalenbach. © Bonnekoh

Für Aufsehen hat der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick gesorgt: Es geht um zwei Mitglieder des Verbands kinderreicher Familien im Rundfunkrat.

Lennetal – Thorsten Schick hat es bis in den Spiegel geschafft. Allerdings ist das, was das Nachrichtenmagazin in seinem Onlineauftritt über den heimischen CDU-Landtagsabgeordneten schreibt, wenig schmeichelhaft. Der Iserlohner habe einer umstrittenen Vereinigung zu einem Sitz im WDR-Rundfunkrat verholfen, berichtet der Spiegel.

Es geht um den Verband kinderreicher Familien (KRFD). Der Spiegel reibt sich an zwei Beiratsmitgliedern des Vereins: Der Sozialwissenschaftler Manfred Spieker sei Mitglied der katholischen Organisation Opus Dei und habe Homosexualität als „lebensfeindlich“ bezeichnet, heißt es in dem Artikel. Im Beirat sitzt auch der Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg, der einst auf einem Bundesparteitag der AfD auftrat.

Schick: Verband kinderreicher Familien bundesweit anerkannter Fachverband

Schick bestätigte auf Anfrage, dass er den KRFD, wie andere Organisationen auch, auf die Möglichkeit hingewiesen habe, sich um einen der 60 Sitze im Rundfunkrat zu bewerben. Er habe erlebt, dass sich für die Medienkommission, die die Arbeit der privaten Rundfunksender begleitet, nicht genug Interessenten gefunden hätten. „Das sollte sich beim Rundfunkrat nicht wiederholen“, sagte Schick, der stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion ist. 

Schick betont, dass der Verband kinderreicher Familien in der Bundespolitik ein anerkannter Fachverband sei. So schrieb Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ein Grußwort zum zehnjährigen Bestehen des Verbandes. Bundeskanzlerin Merkel lud ihn im Februar zur Teilnahme an einem ihrer Bürgerdialoge ein.

Verband: „Wir fragen nicht nach moralischen Urteilen“

Und was sagt der Verband kinderreicher Familien selbst zur Kritik an seinen beiden Beiratsmitgliedern? „Der wissenschaftliche Beirat umfasst elf ExpertInnen verschiedener Fachrichtungen und politischer Überzeugungen. Wir fragen Experten nach fachlicher Expertise und nicht nach politischen Schlussfolgerungen oder moralischen Urteilen“, schreibt Dr. Elisabeth Müller auf eine Anfrage unserer Zeitung.

Sie verweist auf das Leitbild ihrer Organisation, nach dem der Verband überkonfessionell und überparteilich ist. „Der KRFD lehnt jede Geringschätzung von Lebensentwürfen kategorisch ab. Homophobe Einstellungen und Fremdenhass sind mit unserem Leitbild und unserer Arbeit unvereinbar“, betont Müller.

Unbegründet ist damit in den Augen von Thorsten Schick die Kritik des Spiegels. Er habe sich nichts vorzuwerfen, sagte er. Im Gegenteil: Seiner Initiative sei es zu verdanken, dass jetzt auch die IG Metall im Rundfunkrat vertreten sei. Das sei für die Industrieregion Südwestfalen wichtig.

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