Viel Bewegung auf dem Immobilienmarkt

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Auch ein Beispiel für Bewegung auf dem Markt: In der Nette ließ die Baugesellschaft Häuser abreißen und bietet die Fläche jetzt für kleinere Unternehmen an.

Altena - Drei Notartermine hat Jochen Effertz von der Baugesellschaft in den kommenden Wochen – und er ist längst nicht der einzige Immobilienfachmann, der von einer deutlichen Belebung des Marktes in Altena berichtet.

Eine Gesamtschau darauf bietet jetzt der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für den Märkischen Kreis, in den alle „Kauffälle“ eingeflossen sind, die 2016 in den kleinen Kommunen beurkundet worden sind – Iserlohn und Lüdenscheid haben eigene Ausschüsse.

Die Zahl der Kauffälle sei um acht Prozent gestiegen und der damit erzielte Umsatz sogar um 34 Prozent – das meldet der Gutachterausschuss für seinen gesamten Zuständigkeitsbereich. Die Zahlen für Altena sind ähnlich beeindruckend: 2015 wurden 117 Verträge beurkundet, 2016 waren es 175. Das ist ein Plus von mehr als 50 Prozent. Weniger stark zugelegt hat der mit den Grundstücksgeschäften erzielte Umsatz, der um zehn Prozent auf 21,06 Millionen Euro stieg.

Beeinflusst wird die Statistik für Altena dadurch, dass 2016 mehr als 30 Kaufverträge für land- und forstwirtschaftliche Flächen geschlossen wurden und dass es dabei oft nur um relativ kleine Flächen ging. Klammert man diese Fälle aus, dann gab es bei den Verkaufsfällen ein Plus von 34 Prozent und einen Umsatzzuwachs von rund 18 Prozent.

Zahlen, die sich sehen lassen können: Es werden viele Immobilien verkauft, die Preise steigen wenn, dann moderat.

Bauland geht nicht besonders gut – das trifft für Altena wie für die meisten anderen Kommunen im Kreis zu und hat damit zu tun, dass es keine öffentliche Förderung mehr für den Neubau von Eigenheimen gibt. So wurden nur zwölf Baugrundstücke verkauft. Das waren vier mehr als 2015. Da mit diesen Grundstücken stolze 2,7 Millionen Euro erzielt wurden, dürfte es sich in erster Linie um Flächen im Gewerbepark Rosmart gehandelt haben.

Der höchste Umsatz wird in Altena wie auch anderswo mit bereits bebauten Grundstücken erzielt – dabei handelt es sich meistens um Ein- bis Zweifamilienhäuser. 108 entsprechende Kaufverträge wurden 2016 beurkundet, im Jahr davor waren es 82. Der Umsatz stieg um 1,2 auf 16,2 Millionen Euro. 2014 brachte dieser wichtigste Teil des Immobilienmarktes noch keine zehn Millionen Euro ein.

Zum Bericht für den Märkischen Kreis

Der gute Umsatz wirkt sich einerseits auf das Angebot und andererseits auf die Preise aus. Das auf Immobilien spezialisierte Portal Immo-scout 24 listet für Altena noch knapp 40 gebrauchte Immobilien auf. Am meisten soll das Hotel Fuelbecker Talsperre einbringen, das für 350.000 Euro angeboten wird. Am unteren Ende der Preisskala steht ein Haus der Baugesellschaft am Steinwinkel, das in Kürze bei einer Privatauktion versteigert werden soll und für das das Mindestgebot bei 10.000 Euro liegt. Im Durchschnitt koste eine „Bestandsimmobilie“ in Altena rund 1100 Euro, will Immoscout errechnet haben – allerdings basiert diese Angabe auf dem Angebotspreis und nicht auf dem, was am Ende gezahlt wird.

Zu den ungewöhnlichsten Objekten, die im Moment auf dem Markt sind, gehört die Villa des Arbeitgeberverbandes im Behördenviertel, deren Vermarktung sich schwierig gestaltet. Teuerstes Objekt war lange die mitten im Gewerbegebiet Rosmart gelegene Breddermann-Villa, die über 800.000 Euro kosten soll. Sie ist inzwischen aus der Angebotsliste verschwunden – es gebe einen Kaufinteressenten, teilte Maklerin Alexandra Dörrheide mit.

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