1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Sperrung der B236-Brücke für Lkw: Umleitung „enorm kompliziert“

Erstellt:

Von: Jona Wiechowski

Kommentare

Die einzigen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die von der Sperrung ab Donnerstag, 19. Januar, ausgenommen sind, werden Einsatzfahrzeuge sein. Für alle anderen gilt es lange Umleitungsstrecken zu nehmen.
Die einzigen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die von der Sperrung ab Donnerstag, 19. Januar, ausgenommen sind, werden Einsatzfahrzeuge sein. Für alle anderen gilt es lange Umleitungsstrecken zu nehmen. © HEYN

Am Donnerstag, 19. Januar, wird die B236-Brücke im Verlauf der Bahnhofstraße für Lkw gesperrt wird. Die Umleitung hat es in sich.

Altena – Ab Donnerstag, 19. Januar, wird die B236-Brücke im Verlauf der Bahnhofstraße für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Am Dienstag hat es eine große Videokonferenz mit den Verantwortlichen gegeben, um die komplexe Umleitungssituation zu besprechen. Zwei Tage vor Start des sich anbahnenden Verkehrsdramas hat der Landesbetrieb Straßen.NRW noch keine Umleitungspläne veröffentlichen können. Diese seien noch nicht fertig, erklärte deren Sprecher Andreas Berg am Dienstagnachmittag auf Nachfrage der Redaktion. Demnach sollen die Pläne am Mittwoch, exakt einen Tag vor Beginn der Sperrung, öffentlich bekannt gegeben werden.

Keine Frage: Die Umleitung wird „enorm kompliziert“. Das sagte Bürgermeister Uwe Kober (CDU), der an der Konferenz teilgenommen hat und der Redaktion die Pläne in groben Zügen schilderte. Feststeht: Der Schwerlastverkehr wird nicht durch die Innenstadt geleitet und soll auch nicht über die Linscheidstraße laufen – ausgenommen sind die dort ansässigen Unternehmen. Stattdessen sollen die Fahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen weitläufig umgeleitet werden: Von der A46 kommend über Iserlohn, Hemer, Ihmert und schließlich über die Nette weiter durch Altena. Von der „anderen Seite“ soll es über Balve gehen. Die genauen Pläne sollen am Mittwoch durch Straßen.NRW folgen. Damit das alles klappt, muss die Umleitung natürlich entsprechend weiträumig ausgeschildert werden – mit Schildern, die laut Kober teilweise erst noch angefertigt werden müssten.

Die Sperrung stellt Altena vor eine enorme Herausforderung – und das möglicherweise für Jahre. Straßen.NRW hatte auf Nachfrage der Redaktion von einer Sperrung „bis auf Weiteres“ gesprochen; ein Neubau der Brücke sei nicht unwahrscheinlich.

Erschwert werden mögliche größere Reparaturen an der maroden Brücke auch dadurch, dass unter ihr nun einmal eine Bahnstrecke verläuft – und Arbeiten entsprechend an Sperrpausen gebunden sind. Die nächste längere Pause ist wohl erst im Jahr 2026 geplant, so Kober. Deswegen: „Es muss allerhöchste Priorität haben, zu schauen, wie wir ein Ersatzbauwerk errichten können“, sagte er, ergänzte mit Blick auf die für Altena wichtige Bahnhofstraße: „Sonst gehen wir unter.“

Wie berichtet, hatte Straßen.NRW bei einer Sonderprüfung Ende vergangenen Jahres eine erhebliche Rissbildung im Bereich der Längsträger sowie Schäden an den Brückenlagern festgestellt. Am vergangenen Freitag kündigte Straßen.NRW die Einschränkung ab Donnerstag, 19. Januar, an. Eigentlich sollte die Sperrung noch früher, nämlich schon ab Montag, gelten.

Indes greifen immer mehr Medien die bevorstehende Sperrung auf, zudem äußern sich mehr Stimmen zum sich immer weiter verschärfenden Verkehrsdrama in Südwestfalen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick fordert ein Gespräch mit allen Beteiligten.

„Nach der Talbrücke in Lüdenscheid bröselt nun die nächste wichtige Brücke in der Region. Offenbar kann die Brücke in Altena die Last des Ausweichverkehrs nicht mehr stemmen. Hier zeigt sich offenbar ein Domino-Effekt durch die erste Sperrung. Die neue Sperrung ist auch die Folge davon, dass der überregionale Schwerlastverkehr nicht weiträumig umgeleitet wurde“, kommentiert SPD-Politiker Alexander Vogt, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Industrie im Landtag. Der tagt am Mittwoch, 18. Januar, und soll sich auf SPD-Anfrage damit beschäftigen, was die Landesregierung zur Unterstützung der Wirtschaft in der Region tut.

Auch interessant

Kommentare