Umleitung für Abwasser: Spezialisten am Werk

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Die beiden Pumpen stehen in Höhe der Polizeiwache. Generatoren versorgen sie mit Strom.

ALTENA - So dick wie Kinderarme sind die beiden Kabel, mit denen seit gestern in Höhe der Polizeiwache zwei starke Pumpen mit Strom versorgt werden. Die Firma BL Wasserbau aus Schopsdorf (Sachsen-Anhalt) baut hier eine Umgehung für den zu sanierenden Abwasserkanal in der Lenneuferstraße.

Zwischen Markaner und Mittlerer Brücke war die Kanalsanierung ohne solch‘ großen Aufwand nötig. Grund: Dort sind die Rohre so dick, dass die Arbeiter hineinklettern und sie von innen per Hand reparieren konnten. Oberhalb fließt das Abwasser durch Rohre mit nur einem Meter Durchmesser. Dort muss mit so genannten Inlinern von außen gearbeitet werden – und dass setzt bei Rohren dieser Dimension voraus, dass sie absolut trocken sind.

Das ist eine klassische Aufgabe für die Spezialisten aus dem Landkreis Jerichower Land – „wir haben schon ganz andere Sachen gebaut“, erklärte der Techniker, der gestern die Pumpen installierte. Zwei Stück wurden aufgebaut, zusammen bringen sie eine Leistung von 50 Kilowatt. Das ist soviel wie der Motor eines Kleinwagens. Mehrere Kubikmeter Wasser pro Sekunde (!) können sie aus dem Kanal herausholen. Zum Vergleich: Altenas stärkste Feuerwehrpumpe schafft im gleichen Zeitraum 26 Liter.

Die notwendigen Stromerzeuger bringt BL Wasserbau gleich mit – das Stromnetz vor Ort reiche meistens nicht aus, um mal eben 50 Kilowatt zusätzlich anzuklemmen, erklärt der Fachmann. Deshalb wurde ein entsprechender Generator aufgebaut und – für den Fall der Fälle – direkt daneben noch ein Notstromaggregat.

Schon im Normalfall fließe durch diesen Kanal eine Menge Wasser, weiß Günter Drabinski vom Abwasserwerk: Das Stapelcenter hängt daran, das Krankenhaus samt Umgebung auch und noch das ganz Buchholz. Da kommt einiges zusammen, vor allem dann, wenn es regnet. Einen normalen Regen verkraften die Pumpen, erklärt der Fachmann vor Ort. Schwierig wird‘s bei regelrechten Unwettern – „irgendwann ist dann Schluss“.

Große Lkw brachten die Rohre nach Altena, durch die das Wasser jetzt umgeleitet wird. Knapp 300 Meter lang ist die Strecke. Etwa 14 Tage werde die Sanierung dieses Teilstücks des Hauptsammlers dauern, berichtete Drabinski gestern. Der Kanal wurde mit der Lenneuferstraße – also vor rund 30 Jahren – gebaut.

von Thomas Bender

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