Hilfe auf Knopfdruck – mehr Sicherheit zu Hause

Viele Besucher im Fritz-Berg-Haus kannten das System bereits, aber nicht seine Neuerungen.  Foto: Hornemann

ALTENA -    Viele Altenaer kennen und schätzen ihn, den Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes. Vor 30 Jahren startete das Angebot noch als schlichte Telefonkette mit abgesprochenem Klingelzeichen der Teilnehmer. Wer heute Sicherheit möchte und kaum noch mobil ist, der kann zu dem bekannten „Drücker“ noch moderne Assistenzsysteme dazubuchen.

Darüber informierte am Dienstag Ulrich Stumpf vom DRK-Hausnotruf und Mobilruf-Service in Gladbeck. Die Basisstation des klassischen, bereits bekannten Notrufgeräts wird an den Festnetzanschluss angeschlossen, morgens und mittags müssen die Senioren einen Kontrollknopf betätigen, damit die Notrufzentrale weiß, dass bei den Teilnehmern alles in Ordnung ist. Wird dieser nicht betätigt, kommt ein Anruf. Wenn die Alarm-Taste im Notfall gedrückt wird, werden alle wichtigen Daten aufgenommen - auch wer große Villen bewohnt und 75 Meter von der Station weg stürzt, kann gut hörbar von den DRK-Mitarbeitern über seinen Zustand befragt werden. „Niemand muss Sorge haben, dass er im Alltag belauscht wird. Ohne Telefonverbindung kann niemand in die Wohnung hineinhorchen, erklärte Ulrich Stumpf. Die Daten, die von der Notrufzentrale aufgenommen wurden, werden dann auf Wunsch an die Polizei oder die Feuerwehr weitergeleitet. „Sie können den Knopf auch drücken, wenn eine Drückerkolonne vor ihrer Wohnungstür steht und sie mit dem Fuß in der Tür belästigt. Dann rufen wir für Sie die Polizei.“

Zu den neuen technischen Services, die zubuchbar sind, gehört eine Verbindung zu den Rauchmeldern innerhalb des Wohnraums. Sie schlagen ab einer bestimmten Wärmestrahlung aus und dieses Signal wird dann an die Feuerwehr weitergeleitet.

Manche Senioren, vor allem jene mit demenziellen Erkrankungen, vergessen gelegentlich die abgesprochenen Meldezeiten in der Zentrale und erhalten dann möglicherweise zu ihren Ruhezeiten unerwünschte Anrufe der DRK-Mitarbeiter. Wer das nicht möchte, kann heute Bewegungssensoren in seiner Wohnung installieren lassen, die zum Beispiel beim Gang zur Toilette das Lebenszeichen an die Zentrale senden. Sturzgefährdete Menschen können an ihrem roten Knopf am Handgelenk einen Detektor anbringen lassen, der bei einem ruckartig verursachten Höhenunterschied anschlägt.

Mancher Nutzer des Systems, das weiß Ulrich Stumpf, will seine Gerätschaften schonen und nimmt sie zum Duschen oder Baden ab. „Dranlassen!“ bittet das DRK, denn der Handgelenksensor ist wasserdicht und schließlich kann gerade im Badezimmer mal ein Malheur passieren. Generell sollten Nutzer auf ihren Handsender gut acht geben: Geht er verloren, dann müssen die Kosten von 125 Euro von der jeweiligen Haftpflichtversicherung getragen werden, falls diese nicht zahlt, müssen die Kosten vom Besitzer selbst getragen werden. Ausnahme Krankenhaus: Verklüngelt das Pflegepersonal den Druckknopf, muss das Haus für den Ersatz aufkommen.

Weshalb die Technik so teuer ist? Die Basisstation checkt regelmäßig Telefonstörungen, verfügt über einen Akku, der bei Stromausfall noch 33 Stunden hält und sensible Mikrofone, die über eine hohe Reichweite verfügen müssen. In der monatlichen Nutzungsgebühr (das Basispaket kostet neun, beziehungsweise 18 Euro), ist die Hardware enthalten.

Um die Installation kümmert sich der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes. Weiterführende Informationen gibt es auf der Homepage www.drk-im-mk.de.

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