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Ukraine-Krieg: Stadt im MK bereitet sich auf weitere Flüchtlinge vor

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Von: Thomas Bender

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Krieg in der Ukraine: Werler sammeln für die Flüchtlinge.
Altena bereitet sich vor: Flüchtlinge brauchen Wohnungen und Dolmetscher. (Symbolbild) © Foto: dpa/Petr David Josek

Der Ukraine-Krieg zwingt immer mehr Menschen zur Flucht. Auch in Altena bereiten sich die Verantwortlichen auf Flüchtlinge weiter vor.

Altena – Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine auf Hochtouren: „Wir haben schon Matratzen bestellt“, berichtet Bürgermeister Uwe Kober. Sein Stellvertreter Stefan Kemper hat sich inzwischen mit den Leitern der Altenaer Schulen getroffen – die vor dem Krieg geflüchteten Kinder sollen in Altena zur Schule gehen und dort so gut wie irgend möglich betreut werden.

Wie schon 2015 bei der Aufnahme der syrischen Flüchtlinge gilt, dass es auf Dauer keine Unterbringung in Turnhallen oder anderen Massenquartieren geben soll: „Wir sind auf der Suche nach Wohnungen“, sagt Kober. Dazu hat die Stadt natürlich längst den Kontakt zur Altenaer Baugesellschaft (ABG) gesucht, die in einer möblierten Wohnung an der Kirchstraße schon die erste Frau untergebracht hat, die mit ihrem Kind aus der Ukraine geflohen ist. Insgesamt fünf solche möblierten Wohnungen könne die ABG noch zur Verfügung stellen, sagte ABG-Vorstand Manfred Haupt auf Anfrage. Eigentlich sind sie für Monteure oder andere Nutzer gedacht, die vorübergehend eine Bleibe in der Burgstadt benötigen.

Ukraine-Krieg: Altena bereitet Wohnungen für Flüchtlinge vor

2015 konnte die ABG über 40 Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. So viele werden es diesmal nicht sein. „Unsere Leerstandsquote sieht gut aus“, meint Haupt. Zwar stehen rund 100 Wohnungen leer. Davon sind aber 70 zur Modernisierung oder zum Umbau vorgesehen und sollen deshalb nicht vermietet werden. Übrigens: Noch immer sind mehr als 30 Wohnungen der Baugesellschaft von Menschen an Menschen vermietet, die vor sieben Jahren vor dem Krieg in Syrien geflohen sind.

Wohnungen sind das eine, die Sprache das andere: „Wer russisch oder ukrainisch spricht, soll sich bitte bei uns melden“, appelliert Kober, Auch vom Kreis gibt es einen entsprechenden Aufruf (siehe Infokasten).

Ukraine-Krieg: Stadt möchte Überblick über ankommende Flüchtlinge bekommen

Mit Agnes Goniwiecha und Anette Wesemann tragen in der Stadtverwaltung zwei Frauen Verantwortung für die zu erwartenden Flüchtlinge aus der Ukraine, die vor sieben Jahren schon die Aufnahme der Syrer managten. Sie stünden in enger Verbindung zum Märkischen Kreis, wo man sich ebenfalls auf die zu erwartenden Aufgaben vorbereite, wie Kober sagt. Eins beschäftigt den Verwaltungschef im Moment besonders: „Die Menschen sollen sich dringend bei uns melden“. Die ukrainischen Flüchtlinge, die jetzt schon in Altena sind, sind alle auf eigene Faust hierhin gekommen und nicht über Aufnahmestellen der Stadt zugewiesen worden. Es sei aber wichtig, dass die Verwaltung von Anfang an den Überblick behalte. Aufgabe der Stadt ist es, die Flüchtlinge unterzubringen. Sie erhalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Dazu gehört auch die medizinische Versorgung. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge empfiehlt den Kommunen, den Menschen bei der Registrierung sofort auch eine Arbeitserlaubnis auszustellen.

„Wir können das“

„Wir schaffen das“ – das war im Zusammenhang mit Flüchtlingen im Jahr 2015 ein geflügeltes Wort. Aus Altenaer Sicht könnte man auch sagen „Wir können das“: Die Ankündigung, dass die Stadt 100 Flüchtlinge mehr als vorgesehen aufnehmen würde, hatte damals eine große Welle der Hilfsbereitschaft zur Folge. Es wurden nicht nur zahlreiche Sach- und Geldspenden abgegeben, sondern es meldeten sich auch freiwillige Helfer, die den Flüchtlingen aus Syrien als „Paten“ zur Seite standen. Auch Sprachkurse wurden ehrenamtlich organisiert. Dieses große Engagement hatte zur Folge, dass Altena 2017 den nationalen Integrationspreis erhielt.

Ukraine-Krieg: Sportverein bietet Flüchtlingen Sportangebot an

Hilfsbereitschaft hat auch Grenzen – diese bittere Erkenntnis hat Kober auch schon machen müssen: „Wir hatten eine Anfrage, ob wir 40 Waisenkinder aufnehmen können“, berichtet er. Das habe er schweren Herzens ablehnen müssen, weil es in Altena die dafür nötigen Strukturen einfach nicht gebe. Erste Flüchtlinge sind bereits im Bergheim angekommen.

Die TS Evingsen bietet allen Flüchtlingen aus der Ukraine an, kostenlos die Sportangebote des Vereins zu nutzen. Details erfährt man bei Rita Hosse, Tel. 0 23 52 /2 43 13.

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