Gerichtswachtmeister als „Nazi-Bullen“ beschimpft

Symbolbild

ALTENA ▪ Ausgerechnet mit zwei Gerichtswachtmeistern des Amtsgerichts Altena legte sich ein 26-jähriger Altenaer am 20. Januar an. Jetzt erhielt der junge Mann an gleicher Stelle dafür die Quittung: drei Monate Haft ohne Bewährung.

Am 20. Januar hatte er in der Geschäftsstelle des Amtsgerichts angeblich eine Fahrkostenerstattung für die Fahrt zu einer anderen Gerichtsverhandlung beantragen wollen. Nachdem er im Gebäude auf den Boden gespuckt hatte und laut geworden war, wurde er von den Wachtmeistern zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert.

Nur mit sanfter Gewalt gelang es den Justizmitarbeitern den Mann zur Tür hinauszudrängen, wo er drohte, die beiden „kaltzumachen“. Auch die Drohgeste mit der flachen Hand gegen den Hals und die Drohung „ich mache euch fertig“ hätten die Wachtmeister dem Randalierer noch durchgehen lassen, berichteten sie gestern als Zeugen vor Gericht.

Nicht hinnehmen wollten sie jedoch die Beleidigung, die der Angeklagte noch von der anderen Straßenseite gebrüllt haben soll: „Nazi-Bullen“. „Da hört’s auf“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer, der sich äußerst ungehalten über die Flegeleien des Angeklagten zeigte.

Denn dieser stand nicht nur wegen des Ausrasters gegenüber den Wachtmeistern vor Gericht: Am 29. Februar sollte er in Werdohl eine Frau übelst beleidigt und am 1. Juni in Altena Paketsendungen für Nachbarn unterschlagen haben.

Den Geschädigten soll er bald darauf gedroht haben, sie „abzustechen“, wenn sie ihre Anzeige nicht zurückziehen. Diese Verfahren wurden mit Blick auf die Verurteilung wegen der Randale im Gerichtsgebäude vorläufig eingestellt.

Bei all dem stellte sich die Frage nach einer Bewährungsstrafe nicht mehr: „Sie haben hart daran gearbeitet, dass Ihnen sämtliche Bewährungschancen abhanden kamen“, gab der Oberstaatsanwalt dem „Flegel“ mit auf den Weg.

Denn der war schon aus Strafhaft ins Gerichtsgebäude gekommen – vorangegangene Verurteilungen wegen „allem, was das Strafgesetzbuch im unteren Bereich hergibt“ reichen noch bis zum Herbst 2015. Nun kommen noch drei Monate dazu. ▪ Thomas Krumm

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