Überraschungsparty für Hans Dieter Kirchner

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Hans Dieter Kirchner stößt mit seinen ehemaligen Auszubildenden und mit dem Amtsgerichtsdirektor an. ▪

ALTENA ▪ „Donnerschock! Diese Lobhudelei bringt mich völlig aus dem Gleichgewicht“, witzelte Hans Dieter Kirchner nachdem Amtsgerichtsdirektor Dieter Neuhoff eine Dankesrede auf ihn gehalten hatte. Die Mitarbeiter des Amtsgerichtes Altena hatten nämlich für den Mann, der am 1. April sein 50-jähriges Dienstjubiläum feierte, eine kleine Überraschungsparty organisiert.

Hans Dieter Kirchner war bei den Kolleginnen und Kollegen im Amtsgericht beliebt. Und dass das immer noch so ist und er vermisst wird, zeigte sich auch – der Jubilar wurde freudig begrüßt, geherzt und gelobt: „50 Jahre im Dienst zu sein, das schafft heute kaum einer im öffentlichen Dienst“, so Direktor Neuhoff, „ich danke ihnen herzlich für ihre Pflichterfüllung“.

Im Alter von 14 Jahren begann Hans Dieter Kirchner seine Laufbahn damals am Amtsgericht Plettenberg als Kanzleilehrling. Nach dreijähriger Ausbildung wurde er dort als Verwaltungsangestellter übernommen. 1969 wechselte Kirchner zum Amtsgericht Altena, wurde Justizassistentenanwärter, Justizassistent ZA, Sekretär, Obersekretär, Hauptsekretär und schließlich 1999 Amtsinspektor. „Es hat sich alles so ergeben“, so Kirchner zu seiner Laufbahn und: „Ich habe alles wegen des Geldes gemacht.“ Spaß beiseite, er hat gerne gearbeitet, versicherte der 64-Jährige. Wegen des guten Klimas, der netten Kollegen und wegen der interessanten Erlebnisse. Kirchner bildete seit 1976 die Lehrlinge aus. „Da war mal ein Mädchen aus richtig schlechten Familienverhältnissen“, erinnerte er sich, „und die hat am Ende ihre Prüfung mit einer Eins bestanden. Das war toll.“ Zudem hatte Kirchner Freude an seiner Arbeit, weil er durch die jungen Leute „immer nah dran war am Zeitgeist, ich bekam immer neue Impulse“. Und seine Schützlinge von damals, die heute auch zu den langjährigen Mitarbeitern des Amtsgerichtes gehören, bestätigten: „Der Herr Kirchner ist echt ein ganz Netter.“

So bedauerte Direktor Dieter Neuhoff, dass er den Amtsinspektor nie erlebt hat (Kirchner befindet sich seit 2008 in Altersteilzeit und jetzt im Vorruhestand). „Aus Erzählungen weiß ich aber, so bald sie hier waren, kam Leben ins Haus“, sagte Neuhoff und beschrieb Kirchner als bodenständig, humorvoll und stets gut gelaunt. „Sogar der Schaffner hat sie vermisst, wenn sie mal nicht mit dem Zug von Plettenberg nach Altena zum Gericht fuhren.“

Trotzdem: Kirchner ist froh, Ruheständler zu sein und Zeit für den Amateurfunk und seine Bücher zu haben. Und als „köstlich“ beschreibt er das Gefühl, sich beim Aufwachen um sechs Uhr in der Frühe, doch nochmal reinen Gewissens rumdrehen zu können. ▪ Von Ilka Kremer

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