Bei Weihnachtsfeier

Schützenfest: Junger Mann aus MK greift 51-Jähriger in den Schritt – Neue Strafe

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Bei einer Feier unter Schützen hat ein Mann eine Frau belästigt.

Erst ein sexueller Übergriff, dann ein Tumult: So endete eine Weihnachtsfeier unter Schützen im MK. Dafür wurde ein Mann verurteilt, ihm passte das Strafmaß aber nicht. Nun stand er erneut vor Gericht.

Altena – Ziemlich teuer wurde für einen 27-jährigen Altenaer der Griff in den Schritt einer 51-jährigen Zeugin: Das Amtsgericht Altena verurteilte ihn am 1. September 2020 zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 60 Euro. Die Zeugin war sich ganz sicher, dass ein Klaps auf ihr Gesäß und der zielgerichtete Griff in ihren Schambereich kein Versehen gewesen waren, wie der Angeklagte behauptet hatte.

Die Höhe der Strafe trug dazu bei, dass der Angeklagte Berufung gegen das Urteil einlegte, über die jetzt vor einer kleinen Strafkammer des Landgerichts verhandelt wurde. Der Altenaer beschränkte seine Berufung auf das verhängte Strafmaß und legte dadurch indirekt das Geständnis ab, dass sich die Situation so zugetragen hatte, wie es in der Anklage stand.

Angeklagter mit Erinnerungslücken

Der Mann blieb allerdings dabei, dass ihm eine solche Tat eher wesensfremd sei und dass er sich an einen zielgerichteten Griff nicht erinnern könne. Er erklärte aber auch: „Ich kann es nicht ausschließen.“

Die Erinnerungslücken des Angeklagten mochten durch den Alkohol erklärbar sein, den er zum Zeitpunkt der Tat im Blut hatte: etwa zwei Promille. Das wusste er noch: „Ich war auf der Weihnachtsfeier des Schützenvereins gegen Mitternacht sehr gut angetrunken. Ich bin mir nicht mehr bewusst, die Frau unangemessen angefasst zu haben.“

Zeugin macht detaillierte Angaben

Erheblich klarer waren hingegen die Angaben der Zeugin, die zur Klärung als einzige im Landgericht erneut vernommen wurde. Sie erinnerte sich noch deutlich an die Weihnachtsfeier des Schützenvereins am 30. November 2019 und bestätigte erneut, was sie im Amtsgericht berichtet hatte:

Den Klaps auf das Gesäß habe sie lediglich mit einem bösen Blick in Richtung des Angeklagten quittiert. Nach dem zweiten Zugriff habe es einen kleinen Tumult gegeben, der Ehemann der Zeugin und Wachleute einer Sicherheitsfirma griffen ein.

Die Berufungskammer würdigte letztlich immerhin das auf formalem Wege abgelegte Geständnis des Angeklagten und den Umstand, dass er nicht vorbestraft war. Die Geldstrafe wurde von 3600 Euro auf 45 Tagessätze zu je 50 Euro, also 2250 Euro, gesenkt.

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