Über sechs Millionen für die Jugend

In Altenas Kitas wird hervorragende Arbeit geleistet.
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In Altenas Kitas wird hervorragende Arbeit geleistet. Das wurde in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses immer wieder betont.

Da schwang schon ein bisschen Wehmut mit, als Uwe Kober die Wahl von Lisa Chiarelli (SPD) zur neuen Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses leitete. Jahrelang hatte er selbst diesen Posten inne. Jetzt ist er Bürgermeister und darf zwar mitreden, aber nicht mehr mit abstimmen. Er habe den Vorsitz immer gerne wahrgenommen und die konstruktive Arbeit des Gremiums sehr geschätzt, sagte er, bevor er die Mitglieder an ihre Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen der Stadt, aber auch für den städtischen Etat erinnerte.

Altena – Um den ging es in der Sitzung am Dienstag. Die Zahlen, die Agnes Goniwiecha dort vorstellte, waren beeindruckend: Rund zehn Millionen Euro gibt die Stadt jährlich für Kinder und Jugendliche aus, das sind etwa 20 Prozent ihrer Gesamtausgaben. Am teuersten ist die Betreuung in den Kindertagesstätten respektive bei den Tagesmüttern, für die Ausgaben in Höhe von 5,2 Millionen Euro anfallen. Dem stehen aber auch Einnahmen von gut 2,6 Millionen Euro gegenüber. Dabei handelt es sich vor allem um Betriebskostenzuschüsse des Landes, die von der Stadt aufgestockt und dann an die Träger weitergegeben werden. Etwa 4,7 Millionen Euro muss die Stadt dieses Jahr an die Kirchen, die Awo und die Johanniter dafür überweisen, dass sie sich in neun Kindergärten um die Betreuung von derzeit 445 Kindern kümmern. In diesem Betrag sind über 250 000 Euro freiwillige Zuschüsse enthalten – ein Betrag, über den hinter den Kulissen lange diskutiert wurde, weil die kirchlichen Träger eine Erhöhung gefordert hatten. Sonst seien ihre Einrichtungen gefährdet, hatten sie argumentiert.

Die Grünen hatten einen Antrag zu diesem Thema vorgelegt, mit dem in der Sitzung eigentlich niemand Probleme hatte: Er schreibe im Grunde das fest, was die Fraktionen 2020 in einem Arbeitskreis besprochen hätten, sagte Ulrich Biroth (soziale und demokratische Alternative). Im Gegenzug für höhere Zuschüsse sollen Politik und Verwaltung nämlich stärker als bisher in das Anmeldeverfahren eingebunden werden.

Überraschte Gesichter

Für überraschte Gesichter sorgte dann aber Dr. Rita Rüth durch die mündliche Begründung des Antrags, die man durchaus so verstehen konnte, als ginge es den Grünen auch um inhaltliche Mitsprache. „Wir wollen die Pädagogik besser begleiten“, sagte die Ratsfrau der Grünen und sorgte damit für Widerspruch. „Uns geht es nicht darum, den Kindergärten zu sagen, wie sie ihre Arbeit machen sollen“, stellte Andreas Schmale (CDU) fest. Das sei auch kaum möglich, ergänzte Sandra Schwieren als von der katholischen Kirche entsandtes beratendes Mitglied des Ausschusses und erinnerte an die „Trägerhoheit“.

Das Thema wurde im öffentlichen Teil der Sitzung nur andiskutiert, nicht öffentlich ging es dann weiter, weil es um konkrete Zahlen ging. Allerdings kann die im Grunde jeder in den Haushaltsplänen nachlesen: Mit 252 000 Euro sollen die freiwilligen Zuschüsse an die Kindergartenträger zukünftig um rund 30000 Euro höher ausfallen als bisher.

Gremium bilden

Beschlossen wurde auch, dass ein Gremium gebildet wird, dass sich gemeinsam mit den Trägern näher mit der Arbeit der Kindergärten beschäftigen soll. Tobias Röbbecke, Sprecher der CDU im Jugendhilfeausschuss, nannte Beispiele für Themen, die dort angesprochen werden könnten: Eine Digitalisierung des Anmeldeverfahrens, Brandschutz in den Gebäuden und Energieeffizienz.

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