Repair-Café

Über 400 Aufträge abgearbeitet: Das Repair-Café hilft bei Problemen mit Geräten

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Mit voller Konzentration bei der Arbeit: Mit dem Multimeter suchen Klaus Löttgers (rechts) und Uwe Migotti nach dem defekten Birnchen im Schwippbogen von Anneliese Kerper.

Altena - Nicht wegwerfen, sondern reparieren: Das hat sich das Repair-Café Altena auf die Fahne geschrieben. Für ihre Kunden haben Klaus Löttgers, Uwe Migotti und Co. schon die verschiedensten Dinge repariert.

Zwei gegen einen – kein Wunder, dass der Schwippbogen am Ende den Kürzeren gezogen hat. 

Anneliese Kerper brachte ihn am Donnerstag ins Repair-Café, wo Uwe Migotti und Klaus Löttgers auf Fehlersuche gingen. Für sie war es ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Die Weihnachtsdeko wollte schon 2016 nicht leuchten. 

Rückblick: Im März 2014 eröffnete Altenas Ehrenamts-Initiative Stellwerk das Repair-Café und konzentrierte dort Kräfte, die sich aufs Reparieren verstehen. Nicht alles, was nicht mehr funktioniert, muss weggeworfen werden – das war der Gedanke, der dahinter steckte. Oft können Defekte mit kleinem Aufwand behoben werden. 

Uhrenspezialist Günter Sadowski kümmert sich notfalls auch um defekte Nähmaschinen.

Darum kümmern sich neben Löttgers und Migotti noch Detlef Rudewig, Peter Weber und Günter Sadowski an jedem letzten Donnerstag eines Monats. Am Anfang war noch Esther Safranski dabei und kümmerte sich um Näharbeiten, was sie aber im Moment zeitlich nicht mehr hinbekommt. Bernd Erbschloe gehörte zu den Gründern, ist aber im vergangenen Jahr verstorben. „Nachwuchs ist leider rar“, sagte Dorothee Isenbeck, die so eine Art „ständige Begleiterin“ der Truppe ist, am Donnerstag. 

Sie kocht bei weitem nicht nur Kaffee für Aktive und Besucher des Repair-Cafés. Auch die Buchführung ist ihre Sache. Die Reparaturen kosten zwar abgesehen von möglicherweise anfallenden Materialkosten nichts, es wird aber jeder Auftrag penibel festgehalten – inklusive Haftungsausschluss, den der Kunde vor dem Reparaturversuch unterschreiben muss. 

Da ist im Laufe von drei Jahren einiges zusammen gekommen: Rund 400 Aufträge sind fein säuberlich abgeheftet. „Gut die Hälfte davon haben die Jungs erfolgreich zuende gebracht“, meinte Isenbeck – sprich: Die ihnen anvertrauten Dinge funktionieren wieder. Das galt am Ende auch für Anneliese Kerpers Schwippbogen, der durch eine Lichterkette illuminiert wurde. 

Für den fortgeschrittenen Heimwerker: Zehn in Reihe geschaltete Mini-Birnchen – geht eins nicht, geht alles nicht und die Fehlersuche kann einen zur Weißglut bringen, wenn nach dem Motto „Versuch und Irrtum“ verfahren wird. Löttgers und Migotti ließen sich nicht beirren, packten das Multimeter aus und maßen eine Fassung nach der anderen durch. 

Uwe Migotti findet Ersatzteile schneller als Mitarbeiter im Baumarkt

Er funktioniert wieder – Anneliese Kerper (links) und Dorothee Isenbeck strahlen um die Wette.

Nach 30 Minuten war alles erledigt... Während der Schwippbogen seine Saison noch vor sich hat, geht der Rasentrimmer, um den es anschließend ging, demnächst ins Winterlager. Zuvor sollte aber dafür gesorgt werden, dass er 2018 wieder eingesetzt werden kann. Dem stand eine defekte Fadenspule entgegen. Im Baumarkt habe man ihr nicht recht helfen können, berichtete die Besitzerin. 

„Oder nicht helfen wollen“, meinte Migotti, der das Smartphone gezückt und binnen weniger Minuten das passende Ersatzteil gefunden hatte. Dass Probleme manchmal etwas tiefer gründen, zeigte gleich nebenan Detlef Rudewig, der einen defekten Fahrradschlauch perfekt geflickt hatte und erst beim Einbau merkte, dass der Mantel des Reifens völlig heruntergefahren war. 

Weil das auch der Grund für den Platten war, geht’s mit der Reparatur erst dann weiter, wenn Ersatz besorgt worden ist. Ein Besuch bei den fünf Männern macht eigentlich immer Spaß: Die haben Freude an dem, was sie tun, es wird immer viel gelacht. Vor allem dann, wenn die Arbeit gut von der Hand geht. Günter Sadowski, eigentlich für Uhren zuständig, hatte sich an eine zickende Nähmaschine herangewagt und mal hier gewackelt und dort ein wenig Staub beseitigt. 

„Geht schon viel besser“, freute sich die Eigentümerin. Vor solchen etwas exotischeren Aufgaben haben die fünf vom Repair-Café keine Angst. Löttgers: „Wir hatten auch schon mehrere Kaffeevollautomaten hier“. Nur einen habe die Truppe nicht wieder hinbekommen.

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