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TV-Reportage über Altena: Zwischen Frust und Lust auf Land 

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Stadt sucht Bürger - wie sich Altena gegen das Schrumpfen stemmt
„Schauen Sie sich das an,“ schwärmt Bürgermeister Uwe Kober in der WDR-Reportage und deutet mit ausladender Geste auf die Kulisse Altenas. © Foto: WDR (S2+)

Industriebrachen, Leerstand auf der einen, niedrige Mieten und Hoffnung auf neue Impulse auf der anderen Seite: „Stadt sucht Bürger:innen: Wie sich Altena gegen das Schrumpfen stemmt.“ Diese TV-Reportage zeichnet ein Bild von der Stadt.

Altena – Sie wurden als Heilsbringer gefeiert. Man steckte große Hoffnungen in ihre Ideen. Doch dass von den Pionieren, die für sechs Monate in Altena leben und arbeiten sollten, kaum noch jemand da ist, bleibt als fader Beigeschmack nach der WDR-Reportage „Stadt sucht Bürger:innen: Wie sich Altena gegen das Schrumpfen stemmt.“

Geredet wird in der Story viel, gezeigt auch: Bürgermeister Uwe Kober schwärmt von den Schönheiten der Stadt, Jesus Aladag sitzt vor seinem Kiosk und erzählt von den günstigen Immobilien, die er erstanden hat, Karlheinz Turner freut sich über die Eröffnung von gleich drei Läden in Altena: einen Geschenke-, einen Tim-und-Struppi-Laden und „unseren schönen Altenaer Ritter-Shop“.

Leerstand und Aladags Erfolgsrezept

„Guck mal, hier in Altena passiert was“, meint der Bürgermeister und rührt die Werbetrommel: „Wir können Leute, die diesen Mut haben, bis zu zwei Jahre unterstützen, in dem wir ihnen aus Landesfördergeldern 80 Prozent der Miete sponsern.“ Wer immer es wagt, ist willkommen, heißt es im Film. Lebensmittel-Läden wären schön. Meint das Stadtoberhaupt auch. Denn das, was wirklich gebraucht wird, gibt es nicht da. Zumindest nicht in der Innenstadt, wo Dinge des täglichen Bedarfs nicht zu bekommen sind.

Gezeigt werden leere Ladenlokale, abgehängte Fenster. „Ladenlokal mit Kühlhaus zu vermieten“, prangt auf einem Schild, das in die Kamera gehalten wird. „Hier müssen nur Leute den Willen haben, etwas zu machen“, findet Jesus Aladag. Er würde eben alles anbieten: Eis, Spielzeug, Passfotos. Achteinhalb Jahre sei er nun in Altena. Viele hätten geglaubt, er würde in der Burgstadt nur drei Monate durchhalten.

Pioniere, Erwartungen und Hoffnungen

Unterdessen kleben die Pioniere Pro- und Contra-Zettelchen auf eine Pinnwand. „Ihr habt gute Luft hier“, findet eine Pionierin. Welchen Chancen es für Altena gibt, müsse man noch erarbeiten. Die Altenaer würden den Pionieren auf jeden Fall ihr Herz ausschütten und ihnen auch ihren Frust erklären.

„Sie haben keinen konkreten Arbeitsauftrag“, sagt Bürgermeister Uwe Kober über die Pioniere. Und spricht dann selbst die Itani-Brache an. Eben diese kommt in der Reportage nicht zu kurz. Sehr zerfallen, sehr dunkel, sehr ungemütlich, sehr hässlich. „Die Gebäude sind in einem erbärmlichen Zustand“, sagt Uwe Kober. Vielleicht sei aber das eine oder andere Gebäude am Schwarzenstein zu erhalten. Nur: Geld drucken müsse man dafür können. Über diese Brache haben sich Pioniere und Bürger Gedanken gemacht - und besondere Ideen entwickelt.

Apollo-Kino zeigt Reportage

Dass aufgrund des Titels der Reportage „Wie sich Altena gegen das Schrumpfen stemmt“ auch die vor Jahren zusätzlich aufgenommenen Flüchtlinge zur Sprache kommen, versteht sich von selbst. Und so bekommt auch Alt-Bürgermeister Andreas Hollstein seinen Einsatz im Film. „Er ist Opfer eines Attentats geworden“, so die Erinnerung. Frust. Den gibt es in Altena. Nicht nur, weil die Stadt schrumpft und schrumpft. 1970 lebten in Altena 32 000 Menschen. Heute sind es nur noch 16 500.

Die Reportage des WDR im Rahmen der ARD-Themenwoche „Stadt. Land. Wandel“ ist am Freitag, 12. November, um 15 Uhr (Einlass ab 14.30 Uhr) im Apollo-Kino zu sehen. Dazu lädt die Stadt ein. Es gibt noch freie Plätze. Eine verbindliche Anmeldung mit Namen aller Teilnehmenden ist kurzfristig noch per E-Mail an tourismus@altena.de möglich. Ohne Anmeldung ist kein Einlass möglich.

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