Jedes Jahr aufs Neue

Besondere Besucher haben sich auf Burg Altena eingenistet

 Wie ausgestorben wirkt der Innenhof der Burg: Dabei gibt es dort besondere Bewohner.
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Wie ausgestorben wirkt der Innenhof der Burg: Dabei gibt es dort besondere Bewohner.

Die Museen auf Burg Altena sind geschlossen, der Burghof wirkt wie ausgestorben. Doch hinter den Mauern haben sich besondere Bewohner eingenistet. Nicht zum ersten Mal.

Altena – Die Museen der Burg sind zwar wegen Corona geschlossen, dennoch gibt es momentan Besucher: Die Turmfalken sind da. „Ich bin nun schon mehr als 26 Jahre hier auf der Burg als Museumsleiter tätig, aber die Falken waren schon vor mir hier. Sie kommen jedes Jahr“, erzählt Stephan Sensen.

Waren es früher auch schon mal zwei Paare, die in den sicheren Mauern von Bergfried und Pulverturm zunächst brüteten und dann ihre Jungen aufzogen, so beobachtet der Museumsleiter in diesem Jahr nur ein Falkenpärchen.

Turmfalken stoßen Junge aus dem Nest

„Sie haben vier oder fünf Junge“, weiß Sensen, der sich ebenso wie die anderen Mitarbeiter auf der Burg immer wieder aufs Neue über die gefiederten Gäste freut.

Turmfalke in einer Fensternische auf Burg Altena.

Turmfalken sind in NRW fast flächendeckend und ganzjährig beheimatet. Meistens verbringen sie ihr ganzes Leben im gleichen Revier. Wenn es zum Herbst hin kälter wird, ziehen manche von ihnen in Richtung Süden. So auch die Turmfalken der Burg. „In der kalten Jahreszeit sind sie nicht da“, sagt Sensen.

Junge Falken müssen Landen lernen

In den vergangenen Jahren hatte der Museumsleiter schon oft die Gelegenheit, die Tiere zu beobachten. Das sei wirklich sehr interessant: „Wenn die Kleinen fliegen lernen sollen, dann schubsen die Alten sie einfach vom Turm runter.“ Was bedrohlich erscheint, ist völlig normal. Wann die Museen wieder öffnen können, ist derweil derzeit völlig unklar.

Das Fliegen ist den Turmfalken angeboren. Lediglich das Landen müssen die jungen Falken üben. Als Hilfestellung dient ihnen dabei eine Stange, die an der Öffnung zu ihrem Brutplatz im Bergfried installiert ist.

Keine Chance für Nilgänse

Auch wenn die Turmfalken die älteren Rechte an diesem Brutplatz haben, ist er ihnen schon mal streitig gemacht worden. „Vor zwei Jahren haben sich die Nilgänse hier oben eingenistet“, berichtet Stephan Sensen. Sehr zu seinem Leidwesen hätten die großen, schweren Tiere die taubengroßen Turmfalken einfach vertrieben. Das gefiel auf Burg Altena niemandem so recht.

Keine Chance für Eindringlinge: Nilgänse beim vergeblichen Versuch, zum Nistplatz der Turmfalken im Bergfried zu gelangen.

Deswegen verkleinerte der Burgwart kurzerhand die Öffnung mit einer Brettervorrichtung. „Die Nilgänse haben allerdings trotzdem wochenlang versucht, den Brutplatz aufzusuchen. Sie blieben aber immer wieder stecken. Irgendwann haben sie dann aufgegeben“, so der Museumsleiter. In diesem Jahr hätten die Nilgänse erneut versucht in den Turm zu gelangen. „Ohne Erfolg, sie haben sehr schnell den Rückzug angetreten.“

Turmfalken mit großem Jagdrevier

Darüber freuen sich sicher die Turmfalken, finden sie doch hinter den dicken Mauern beste Bedingungen für einen geborgenen Nistplatz vor. Und der Burgberg eignet sich gut als Jagdrevier für Nagetiere wie Spitz- und Wühlmäuse und Insekten. Aber die Greifvögel nehmen auch weitere Strecken für ihre Beutezüge in Kauf und fliegen zu den Höhen bei Großendrescheid oder Wiblingwerde, um dort auf den Wiesenflächen Maulwürfe und Reptilien zu jagen.

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