Turmbläser treten erstmals beim Mittelalterfest auf

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Drei, die ein Projekt vereint: Ideengeber Kai Finkernagel, Regine Kohlbecker und Kulturring-Mitarbeiter Wolfgang Noack bei der Sichtung einer der Businen, die derzeit auch mit Hilfe von Carsten Wolfewicz (nicht im Bild) entstehen.

Altena - Das Projekt „Turmbläser“, eine Idee von Karsten Wolfewicz und Kai Finkernagel, wird zusehends konkreter. Die Businen, mittelalterliche Blasinstrumente, stehen bereit, und auch von den Gewändern der sechs Musiker ist erstmals etwas zu sehen.

Dank des großen handwerklichen Geschicks von Regine Kohlbecker werden sich die Turmbläser im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen können. Ausgestattet mit besagten Businen, deren Nutzung einst übrigens nur Fürsten vorbehalten war, werden sie auch klanglich ein tolles Bild abgeben: „Sechs Businen sind eine Waffe“, sagt Karsten Wolfewicz dann auch ganz zuversichtlich. Nachdem ein neuer Instrumentenbauer gefunden worden ist, wird nun die Umrüstung der Instrumente in absehbarer Zeit auf den Weg gebracht.

Dank einer aussichtsreichen Kooperation mit dem Blasorchester und dem Jugendblasorchester um Thorsten Goslar stehe auch der Besetzung der sechs Musikerstellen mit qualifiziertem Personal nichts mehr im Wege, berichten Wolfewicz und Finkernagel. Hier habe man schlicht und ergreifend eine optimale Form der Kooperation gefunden. So habe man sich das nicht erträumen können. „Das Projekt“, da ist Wolfewicz auch auf lange Sicht sehr zuversichtlich, „wird uns überdauern.“

Karsten Wolfewicz und Regine Kohlbecker präsentieren eines der Instrumente mit dem Wappen.

Er lobt insbesondere den Einsatz von Regine Kohlbecker. „Hunderte Stunden“ habe die Altenaerin schon in bewundernswerter Akribie geleistet, viel Arbeit liege aber noch vor ihr. Im Endzustand sind bereits die Banner zu bewundern, die die Businen zieren werden. Sie dienen dank eines praktisches Kniffs – weil an der Schmalseite nicht vernäht – auch als „Notensack“ für die gebenenfalls erforderliche Literatur.

Den ersten Einsatz sollen die Turmbläser übrigens beim Mittelaltermarkt im August absolvieren. Ziemlich spektakulär werde das ausfallen, verspricht Wolfewicz. „Das Tal hat einen guten Sound.“ Eine Hälfte der Bläser soll dann auf der Burg platziert werden, die andere Hälfte auf der gegenüberliegenden Talseite.

Mit schlichten Zahlen beeindruckt unterdessen die Arbeit von Regine Kohlbecker. Die Gewänder werden nach originalgetreuen Vorlagen gefertigt, sind dabei aber so flexibel, dass sie von Musikern verschiedener Statur und Größe getragen werden können. Für die Wappenzier der sechs Gewänder und sechs Businen fertigte die Altenaerin unglaubliche 520 Karos, die jeweils zu einem Märkischen Schachbalken pro Ausführung werden. Alle wurden einzeln ausgeschnitten, umgebügelt und zum Schluss nicht nur geklebt, sondern auch einzeln vernäht. Das Resultat kann sich sehen lassen „und hat eine beeindruckende Fernwirkung“, verspricht Initiator Karsten Wolfewicz.

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