„Tuning“ der Dahler Orgel macht Fortschritte

Die nicht mehr benötigten Orgelpfeifen übergibt Orgelbauer Braun dem Pfarrer.

ORTSMARKE ▪ Nein, es gibt keine Katzen in der Dahler Kirche – auch wenn dort überall kleine Dosen stehen, die aussehen wie Verpackungen von Whiskas. In ihnen bewahren die Orgelbauer Wolfgang J. Braun und Rainer Heckele hunderte von Einzelteilen auf.

Wie berichtet, wird die Orgel in der evangelisch-reformierten Kirche umgebaut. Ihr Klang soll „weicher“ werden. Dazu sind umfangreiche Eingriffe nötig. Wie‘s geht, hat Orgelbaumeister Braun sich genau überlegt, bevor er sein Angebot abgegeben hat. Register werden umgestellt, einzelne Pfeifen erneuert, einzelne Gruppen neu gebildet. Dabei helfe der Computer, gibt der Fachmann aus Rosenfeld (bei Balingen) zu. Und trotzdem: „Das ist hier ist mein wichtigstes Kapital“ - Braun zeigt dabei auf seine Ohren. Auf sie kommt es an, wenn nach dem Einbau die einzelnen Pfeifen gestimmt werden.

Am 4. Juli erklang die Orgel zum letzten Mal im Gottesdienst, tags darauf begann die Demontage. Die beiden Fachleute nahmen die Windladen mit in die heimische Werkstatt, um sie umzubauen, auch ein Schwimmerbalg wurde ausgebaut und restauriert – das Leder habe schon Risse gehabt, berichtet der Dahler Organist Wilfried Wagener.

Besonders familienfreundlich ist der Beruf der beiden Orgelbauer nicht. Sie werden jetzt mehrere Wochen damit beschäftigt sein, die Orgel wieder zusammen zu bauen und dabei die notwendigen Veränderungen vorzunehmen. Die Bauzeit ermöglicht tiefe Einblicke in das Innere des Instrumentes. Man sieht die Züge, die Luftkanäle, die Tasten – und versteht trotz der geduldigen Erklärungsversuche der Fachleute nicht im Detail, wie das alles zusammenspielt und letzten Endes dann Musik erzeugt.

Das es das tut – und zwar hoffentlich besser als je zuvor – davon können und sollen sich die Dahler am 7. August überzeugen. Bis dahin wollen Braun und Heckele ihre Arbeit abgeschlossen haben, Wagener wird dann das „frisch getunte Instrument“ (Pfarrer Uwe Krause) zum ersten Mal im Gottesdienst spielen. Für den 2. Oktober ist ein Konzert geplant – dann gebe das Instrument mit all seinen alten und neuen Möglichkeiten „Gott und dem Gemeindevolk die Ehre“, verspricht der Organist.

Und dann kann man auch Orgelpfeifen kaufen – die, die nicht mehr gebraucht werden. Zwar ist die Finanzierung des Umbaus gesichert, er reißt aber tiefe Löcher in die Instandhaltungsrücklage der Gemeinde. Sie wird durch den Verkaufserlös wieder aufgestockt. ▪ Von Thomas Bender

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