Von Plage kann keine Rede sein - dennoch hat das Abwasserwerk immer wieder mit Ratten zu kämpfen

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Auch die winterliche Vogelfütterung kann ungebetene Gäste anlocken...

Altena - Ein signalfarbener Aufkleber an jeder zweiten Laterne weist darauf hin, dass in Teilen des Mühlendorfs mit der zur Rattenbekämpfung begonnen worden ist. Am Hegenscheider Weg und an der Feldstraße seien von der Firma Zydek Giftköder in die Kanäle gelegt worden, berichtet Jörg Becker. Er ist beim Bauhof für die Unterhaltung der Kanäle zuständig.

Wenn irgendwo Ratten auftauchen, muss gehandelt werden.

Auch die Zuständigkeiten sind klar geregelt: Tauchen die ungeliebten Nager auf privaten Grundstücken auf, dann sind deren Eigentümer zuständig. Davon kann die zum Beispiel Altenaer Baugesellschaft ein Lied singen: „Fast wöchentlich“ gebe es seitens der Mieter Hinweise auf einen möglichen Befall, erklärt Magnus Benkhofer aus der Abteilung Instandhaltung, der in solchen Fällen stets einen Schädlingsbekämpfer beauftragt.

Unsachgemäße Kompostierung, Tierhaltung und die Fütterung von Vögeln schüfen in Gärten ideale Lebensbedingungen für Ratten, meint Joachim Protzer vom Ordnungsamt, der aber nur selten mit entsprechenden Beschwerden zu tun hat. Becker wird öfter mit dem Thema konfrontiert: „Die meisten Ratten kommen nun mal aus den Kanälen“, sagt er. Mal fällt das Bürgern auf, wenn die Nager aus dem Gulli klettern, mal merke das auch das Team des stadteigenen Spülwagens, wenn es größere Ansammlungen von Rattenkot findet. Bei den regelmäßigen Kamerabefahrungen des Kanalnetzes stoße man dagegen nur sehr selten auf die Nager, weiß Becker: „Dabei habe ich erst einmal welche gesehen“.

Werde dem Abwasserwerk ein Rattenbefall gemeldet, werde von dort ein Schädlingsbekämpfer beauftragt. Früher habe der Bauhof die Sache mit den Ratten selber in die Hand genommen, erinnert sich Becker. Heute sei das zu kompliziert: Wirklich wirksame Mittel dürfen nur noch von Personen verwendet werden, die entsprechend ausgebildet sind.

Außerdem müssten separate Lagerräume für die Giftköder geschaffen werden. Deshalb lässt die Stadt den Fachmann ran, in diesem Fall die Firma Zydek aus Nachrodt.

„Wenn das Problem irgend wo auftaucht, muss man etwas weiträumiger vorgehen“, weiß Becker. Deshalb wurden auf einer Länge von über einem Kilometer Rattenköder in die Kanalschächte gelegt. Es handelt sich um ein Mittel mit einem Blutgerinnungshemmer, an dem die Ratten langsam sterben – das ist wichtig, weil ihre Artgenossen sonst die Köder meiden würden.

Aktionen wie diese gebe es immer wieder mal, erklärt Becker – „ganz los wird man diese Tiere aber nie“. Von einer Plage könne aber auch keine Rede sein .

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