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Trotz Hitze und Trockenheit: Wasser noch lange nicht knapp

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Von: Thomas Bender

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Die Geranien an der Lennepromenade müssen im Moment alle drei Tage gegossen werden.
Die Geranien an der Lennepromenade müssen im Moment alle drei Tage gegossen werden. © Bender, Thomas

Der Sommer will’s noch einmal wissen: „Die anhaltende Trockenheit nimmt auch in den kommenden Tagen kein Ende“, schreibt Wetter Online und prophezeit auch für die kommenden Tage noch stetig steigende Temperaturen.

Kommt dadurch zu allen Übeln dieser Tage jetzt auch noch eine Dürre? Dieter Steinmann weiß, wie es in der Erde aussieht – als Friedhofsgärtner hebt er mit seinen Mitarbeitern beinahe täglich Gräber aus. Allerdings vorwiegend solche für Urnen, und die müssen nur einen knappen Meter tief sein. Wie es da mit der Bodenfeuchtigkeit aussehe, sei sehr unterschiedlich, schildert der Fachmann: „Es gibt auf den Friedhöfen Ecken, die feuchter sind als andere“. Richtig ausgetrocknet sei die Erde jedenfalls bis jetzt noch nicht.

Ähnliches meldet der Deutsche Wetterdienst, der für einige seiner Stationen in NRW auch die Bodenfeuchte ermittelt. Die nächstgelegene Station ist in Neheim, dort liegt die Bodenfeuchte in 50 Zentimetern Tiefe im Moment zwischen 40 und 50 Prozent „nFK“. Das steht für nutzbare Feldkapazität, also dafür, wie viel Wasser den Pflanzen zur Verfügung steht. Die 40 bis 50 Prozent bedeuten eine noch ausreichende Wasserversorgung der Pflanzen – so sie denn so lange Wurzeln haben.

Geranien werden regelmäßig gegossen

Die Geranien an der Lenneuferstraße haben sie naturgemäß nicht, weil sie ja in Kästen wachsen. „Wir müssen sie im Moment alle drei Tage gießen“, berichtet Dieter Steinmann. In dem jährlichen Obulus, den die Sponsoren der einzelnen Kästen errichten, sind auch das Gießen und die Pflege der Pflanzen enthalten, was einigen Aufwand mit sich bringt. Bis die knapp 200 Kästen gewässert sind, gehen einige Stunden ins Land.

Die Wildblumenwiesen wollen bei der Trockenheit nicht so richtig wachsen.
Die Wildblumenwiesen wollen bei der Trockenheit nicht so richtig wachsen. © Bender, Thomas

Soviel Zeit hat der Bauhof nicht – den „Bienenweiden“, mit denen er Verkehrsinseln und andere städtische Grünflächen verschönert, sieht man das deutlich an. Dort blüht es längst nicht so schön wie in den Vorjahren. Klee und Disteln macht die Trockenheit nicht viel aus, sie wachsen. Anderes hingegen ist verdorrt.

Graslandfeuerindex hat zweithöchste Stufe erreicht

Auch dazu gibt es Angaben des Deutschen Wetterdienstes. Er ermittelt auch den sogenannten Graslandfeuerindex, der in der Region schon jetzt auf der vierten von fünf Stufen steht. Daran wird sich auch in den kommenden Tagen nichts ändern. Nach den Regenfällen in der vergangenen Woche ging die Waldbrandgefahr zunächst etwas zurück. Aber auch hier rechnet der Wetterdienst mit einer Verschlechterung – bis zum Wochenende wird der zweithöchste Index wohl wieder erreicht werden.

Obwohl es kaum noch Zulauf gibt, ist die Fuelbecke-Talsperre noch gut gefüllt.
Obwohl es kaum noch Zulauf gibt, ist die Fuelbecke-Talsperre noch gut gefüllt. © Bender, Thomas

Ums Trinkwasser muss man sich keine Sorgen machen – das zeigt ein Blick in die noch gut gefüllte Fuelbecke-Talsperre. „Es gibt aber so gut wie keinen Zulauf mehr“, berichtet Stephan Bergelt, der bei den Stadtwerken für das Leitungsnetz zuständig ist und beizeiten Maßnahmen ergriffen hat: „Wir decken im Moment etwa 60 Prozent des Bedarfs aus der Springer Quelle, um die Talsperre zu schonen“, erläutert er. Auf den Wasserverbrauch der Altenaer hat die Hitze übrigens keine nennenswerten Auswirkungen.

Lenne führt noch einigermaßen Wasser

Während es in den Nebenbächen der Lenne eher tröpfelt denn fließt, führt Altenas Hauptfluss im Moment noch einigermaßen Wasser. Der Pegel steht seit Tagen nahezu unverändert bei etwas über 30 Zentimetern, das entspricht einer Wasserführung von etwa neun Kubikmetern pro Sekunde. Woran das liegt, zeigt ein Blick auf das „Systembild Lenne“ des Ruhrverbandes: Aus dem unterhalb des Bigge-Staudamms liegenden Stausee Ahausen wurden am Mittwochmittag über sechs Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgegeben. Das ist ein Vielfaches des Zulaufs. In seinem täglichen Lagebericht meldet der Ruhrverband, dass in seinen insgesamt acht Talsperren aktuell gerade mal 1,3 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ankommen. Abgegeben werden fast 18, um den Ruhrpegel auf einem Level zu halten, bei dem die Trinkwasserversorgung des Ruhrgebiets gesichert ist. Der Füllstand der Talsperren sinkt deshalb, im Moment liegt er bei 76,2 Prozent. Die Bigge ist sogar nur noch zu 74,4 Prozent gefüllt und damit deutlich leerer als die Fuelbecke.

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