Trotz Corona

Altena auf gutem Kurs: Mehr Steuer-Einnahmen als erwartet

Kommunalfinanzen
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Mehr Geld als erwartet spült die Gewerbesteuer 2020 in Altenas Kassen.

8,8 Millionen Euro: Damit hätte Altena nicht gerechnet. Mehr Gewerbesteuer als erwartet hat die Stadt 2020 eingenommen - trotz Corona. Und auch für 2021 sieht‘s nicht schlecht aus

Altena – Es sieht gar nicht schlecht aus mit dem Gewerbesteueraufkommen im ersten Quartal 2021. Das teilte Stadtkämmerer Stefan Kemper den Mitgliedern des Rates mit. Rund drei Millionen Euro hat die Stadt bisher eingenommen. Das entspricht in etwa dem Niveau des Rekordjahres 2019, an dessen Ende die Stadt rund zehn Millionen Gewerbesteuer verbuchen konnte.

Im vergangenen Jahr waren es trotz Pandemie noch 8,8 Millionen Euro – für Kemper „ein vergleichsweise achtbares Ergebnis: Meine Befürchtungen sind bei weitem nicht eingetroffen“, sagte er.

Einbruch bei Einnahmen: Viele MK-Kommunen trifft‘s härter

Das trifft umso mehr zu, wenn man die Gewerbesteuerentwicklung in Altena mit der anderer Städte vergleicht. Von 2019 zu 2020 betrug der Steuerrückgang in Altena 13,1 Prozent. Landesweit wurde ein minus von knapp 20 Prozent verzeichnet. Das geht aus einer Übersicht von IT.NRW hervor, die Kemper dem Rat vorstellte.

Aus der ergibt sich auch, dass die Entwicklungen in den einzelnen Kommunen des Märkischen Kreises extrem unterschiedlich verlief. Besonders stark hat es die sonst sehr steuerstarke Stadt Plettenberg getroffen. Dort gingen die Gewerbesteuereinnahmen um mehr als 63 Prozent zurück. 8,5 Millionen Euro waren es am Ende – 14,7 Millionen Euro weniger als 2019.

Neuenrade kämpft mit hohen Verlusten

Damit nahm die Stadt bescheidene 339,312 Euro pro Bürger ein und lag damit zum ersten Mal seit Menschengedenken weit hinter Altena, wo ein Pro-Kopf-Aufkommen von 529 Euro zu verzeichnen war. Plettenbergs Kämmerer Jens Groll sah sich am Mittwoch (27. April) nicht in der Lage, die schlechte Entwicklung in der Stadt zu erklären.

Besonders hohe Verluste verzeichneten im Märkischen Kreis zudem Neuenrade (minus 53,4 Prozent), Herscheid (minus 47,2 Prozent) und Hemer (minus 45,7 Prozent). Besser als in Altena lief es in Kierspe (9,8 Prozent Rückgang) und Meinerzhagen mit einem Minus von 10,4 Prozent.

Gewerbesteuer: Werdohl fein raus

Eine absolute Ausnahmestellung nimmt im Märkischen Kreis die Stadt Werdohl ein. Dort lagen die Gewerbesteuereinnahmen 2020 trotz Corona fast 25 Prozent über denen des Jahres 2019, was die dortige Stadtverwaltung mit Einmaleffekten erklärt, die auf die gute wirtschaftliche Entwicklung in den Vorjahren zurückzuführen seien. 11,1 Millionen Euro nahm Werdohl ein, das entspricht Pro-Kopf-Einnahmen in Höhe von über 796 Euro. Noch besser kann das im Kreis nur Schalksmühle mit 1076 Euro pro Bürger. Der Landesdurchschnitt lag 2020 bei 570,60 Euro pro Kopf.

Die Übersicht über die Gewerbesteuereinnahmen war Bestandteil des Finanzberichts, den Altenas Kämmerer in jeder Ratssitzung vorträgt. Stefan Kemper wies darauf hin, dass die Gewerbesteuer nicht die einzige Steuer ist, die im Stadtsäckel landet.

Altena bekommt auch einen Anteil an der Einkommenssteuer – und da sieht es eher schlecht aus. Der Rückgang der gesamten Steuereinnahmen dürfte deshalb im Jahr 2020 bei vier Millionen Euro liegen. „Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir den Haushaltsausgleich so gerade eben hinbekommen“, sagte Kemper.

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