Jetzt „gebremst“ gen Jahresende

Trotz Corona: Drahtmuseum toppt im Juli Besucherzahlen des Vorjahres

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Draht: Verschiedene Facetten des Produktes, das für Altena bis heute eine immense Bedeutung hat, beleuchtet die Dauerausstellung im Drahtmuseum. Der Rundgang durch das Museum wurde neu organisiert, um das Risiko für eine Corona-Übertragung so gering wie möglich zu halten.

Es geht wieder bergauf: Mit vorsichtigen Schritten beschreiten viele Einrichtungen und Betriebe neue Wege in einer neuen Normalität. Auch das Deutsche Drahtmuseum in Altena schreibt wieder bessere Besucherzahlen. Vor allem die Zahl aus dem Juli ist fast schon eine Sensation.

Altena – Nach den coronabedingten Einschnitten in der ersten Jahreshälfte erholen sich einige Einrichtungen wieder von harten Rückschlägen. 2020 besuchten bisher in fast allen Monaten deutlich weniger Menschen die Ausstellung als noch im Vorjahr. Es gibt aber eine Ausnahme.

Im Juli, also in der Zeit der Sommerferien, besichtigten 1692 Menschen das Museum, in dem es unter anderem um die Geschichte des Drahtes sowie Techniken zur Drahtherstellung geht. Das waren sogar gut 500 Gäste mehr als 2019. „Im Juli hat man richtig gemerkt, dass sich bei den Leuten etwas angestaut hatte“, berichtet Stephan Sensen, Leiter der Museen im Märkischen Kreis.

In den vorherigen Monaten sah es bei Weitem nicht so rosig aus. Der Juni blieb mit 248 verkauften Eintrittskarten besucherschwach, ebenso der Mai mit 127. „Im Mai und Juni ging es für uns langsam wieder los“, sagt Sensen. Von Mitte März bis zum 19. Mai war das Drahtmuseum nämlich komplett geschlossen. Wie wird es nun weitergehen? Dazu möchte Stephan Sensen keine konkrete Aussage treffen.

Rundgang durchs Deutsche Drahtmuseum in Altena

Rundgang durchs Deutsche Drahtmuseum in Altena

Denn natürlich hänge der weitere Verlauf vor allem davon ab, wie sich das Corona-Infektionsgeschehen weiter entwickelt und wie die nächsten Verordnungen des Gesundheitsministeriums aussehen. Die zurzeit steigenden Zahlen, „stimmen mich nicht gerade optimistisch“, sagt Sensen. „Das Jahr wird für uns gebremst zu Ende gehen“, vermutet der Museumsleiter.

Eine erneute Schließung halte er nicht für ausgeschlossen, wenn man bei den steigenden Zahlen berücksichtige, dass die kalte Jahreszeit gerade erst anfange. Um die wirtschaftliche Situation des Museums stehe es glücklicherweise aber nicht viel schlechter als sonst. Das Drahtmuseum befindet sich in Trägerschaft des Kreises.

Museen seien immer ein Zuschussgeschäft: „Wir haben einen Bildungsauftrag und Bildung ist eben nicht kostenlos. Unterm Strich schreiben wir aber keine roteren Zahlen als sonst“, betont Sensen. Apropos Bildung: Schulklassen, die sonst oft dort waren, besuchen das Museum zurzeit nur selten. In der Zeit, in der geschlossen war, habe das Museum deutlich weniger Ausgaben gehabt als sonst.

Diese Ersparnisse würden sich mit den Verlusten wegen der wenigen Besucher ungefähr die Waage halten, vermutet der Museumsleiter. Derzeit hat das Drahtmuseum regulär geöffnet. Die Dauerausstellung wurde zu einem Rundgang in einer Art Einbahnstraße umgebaut. Ein Mitarbeiter mehr als sonst achtet darauf, dass sich die Besucher auf den richtigen Wegen bewegen und an die Corona-Regeln halten.

Durch den üblichen Eingang geht es in das Museum, verlassen wird es im Obergeschoss durch eine Tür. Dort steht auch Desinfektionsmittel zur Verfügung. Zur Wahrung des Mindestabstands werden Besucher durch Hinweistafeln aufgefordert. Masken sind Pflicht. Ein paar der Exponate, insbesondere im oberen Geschoss, mussten die Mitarbeiter mit Folie und Klebeband abhängen.

Es handelt sich um die Mitmachstationen, die Besucher normalerweise anfassen dürfen, bei denen nun aber die Desinfektion nicht sichergestellt werden kann.

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