Reger Publikumsverkehr

Schnäppchen an allen Ecken beim Trödelmarkt in der Innenstadt

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Für die Besucher gab es viel zu entdecken.

Altena – Es ist doch immer wieder schön zu sehen, was aus diversen Kellern und von mannigfaltigen Dachböden herauf- und herabsteigt, um - vermittelt durch einen unordentlichen Flohmarkt - ein zweites Leben zu beginnen. So auch beim Trödelmarkt in der Altenaer Innenstadt.

Die privaten Händler waren gewarnt: „Wir haben die Bücher lieber zuhause gelassen“, erklärte eine Händlerin, die im Wetterbericht von zu erwartenden Schauern gehört hatte. Lange Zeit waren die Niederschläge am Tag der deutschen Einheit eher harmlos bis schlimmstenfalls leicht nieselig. Doch zu vorgerückter Mittagsstunde ereilte dann doch ein kräftigerer Schauer Anbieter und Käufer, die sich mit Regenschirmen und Zeltdächern gegen diese Herausforderung stemmten

Danach war wieder eitel Sonnenschein, vorhandene Keramik wurde getrocknet, und dann ging es weiter.

Nur einzelne Anbieter nahmen den Schauer zum Anlass, ihre Brocken endgültig zusammenzupacken. Was gab es bei dieser Auflage des traditionsreichen Flohmarkts auf der Lennestraße, den ein zu kaufendes Spiel treffend als „Das verrückte Labyrinth“ bezeichnete? Erstaunlich viele Schuhe und Mengen an Kleidung. Hier galt es, sehr individuelle Kaufentscheidungen zu treffen. Am Stand eines Langspielplattenverkäufers entspann sich - angestoßen durch den kürzlichen Todesfall des prominentesten tschechischen Sängers - ein interessanter Dialog: „Karel Gott heute schwer im Angebot?“ Nein, den habe er vermutlich gar nicht im Warenbestand, entgegnete der Verkäufer. Wirklich vorhanden in einem insgesamt recht üppigen Angebot an gepressten Rillentonträgern war eine andere LP: „Winnetou - In der Gewalt der Apatschen“. Wem der Sinn nach einer charmanten Niederlage bei Waterloo stand, konnte zu einer Compact Disc von Abba greifen.

Viele Ladenhüter

Wer weniger die Musik als vielmehr das Konterfei von Elvis Presley begehrte, hätte zu einer Print-Trilogie im Quadratformat greifen können. Dieses erlesene Stück widerstand möglichen Käufern allerdings recht hartnäckig. Als Ladenhüter erwiesen sich auch Telefone aus dem Wählscheiben-Zeitalter: Sie warten immer noch auf die Nostalgiewelle, die sie hinwegreißen wird. Verblüffend war das Angebot einer Operationsleuchte, die recht konsequent über ihre vermutlich ziemlich aufregende Geschichte schwieg. Auch sie wurde ihrem Händler nicht gerade aus der Hand gerissen.

Altenas Trödel am Tag der Einheit zieht die Massen an

Mangelnder Kaufwille scheint aber eher die Ausnahme gewesen zu sein: Eine Anbieterin zeigte sich auf der Zielgeraden höchst zufrieden mit den Tagesumsätzen und deutete auf den geplünderten Tisch vor ihr. Ihre Hörbücher waren offenbar so gefragt, dass eine Kundin gleich alle im Paket mitgenommen hatte. Bewunderung verdienten schließlich jene beiden Händler, die ihr neonviolettes Kabelschellensortiment in ihre Kiste zum kostenlosen Mitnehmen gelegt hatten. Ein möglicher Mitnehmer wagte es, diese Farbe als suboptimal zu thematisieren. Die potentiellen Verschenker blieben sachlich: „Bei dem Preis können wir nicht auch noch was an der Farbe machen!“

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