Trauercafé Momo startet ins elfte Jahr

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Im Trauercafé Momo können sich Menschen treffen, ihre Geschichte erzählen und im Gespräch mit ausgebildeten Trauerhelfern ihre Erfahrungen verarbeiten.

Altena - Zweimal im Monat öffnet das Trauercafé Momo seine Türen, um Trauernden beizustehen. Trotz Veränderungen im vergangenen Jahr merken die ehrenamtlichen Mitarbeiter, dass sie gebraucht werden.

„Wir haben alle erfahren, dass man sich mit seiner Trauer irgendwie alleine fühlt, obwohl man eine Familie um sich herum hat“, sagt Katrin Meyer-Erstmann, ehrenamtliche Trauerbegleiterin. Deshalb freut sie sich für Trauernde da zu sein und sie bei der Bewältigung ihres Schmerzes zu unterstützen.

Das vergangene Jahr hielt für die ehrenamtlichen Trauerbegleiter einige Herausforderungen bereit. Die Gründer und Leiter des Cafés, Matthias Blum und Ute Gall, mussten ihr Engagement beenden. Die Aufgaben übernehmen nun die Ehrenamtlichen. „Wir organisieren uns nun selbst, alles bleibt beim Alten“, sagt Trauerbegleiter Ludwig Uebis. Die inhaltliche Ebene bleibe gleich.

Eine Zeit lang sei allerdings nicht klar gewesen, ob die Mitarbeiter es schaffen, das Trauercafé überhaupt fortzuführen. „Aber dann kamen Ende des Jahres so viele Leute zu uns. Da haben wir gemerkt, dass der Bedarf da ist. Das gab uns die Kraft, das alles zu stemmen“, erzählt Meyer-Erstmann.

2017 kann das Café also ins elfte Jahr gehen. Weiterhin öffnen die Mitarbeiter den Trauernden zwei Mal im Monat die Räume im Lutherhaus, um ihnen Raum für sich zu geben und für sie da zu sein. „Die Menschen treffen hier auf Fremde, erzählen ihre Geschichte. Sie vertrauen sich uns an, öffnen sich. Das ist schon besonders“, sagt Meyer-Erstmann.

Zusätzlich zu den üblichen Terminen bieten die 13 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Laufe des Jahres auch zwei bis drei Themenfrühstücke an. Zu diesen kommen Gastredner, die über verschiedene Themen sprechen. Die Planungen dazu laufen noch.

Im Herbst vergrößert sich das Team des Trauercafés weiter. Derzeit befinden sich noch mehrere Personen in der Ausbildung zum Trauerbegleiter, sodass sie den Trauernden anschließend als Stütze dienen können. „Bei der Arbeit hier werden wir alle selbst Ohr“, schließt Uebis.

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