Tragisches Unglück am Wixberg vor 50 Jahren: Feuerwehr gedenkt Kameraden

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An der Unglücksstelle erinnert eine Gedenktafel an den Absturz.

Altena -  Vor genau 50 Jahren ist ein Fahrzeug der Hemeraner Feuerwehr bei einem Einsatz am Wixberg abgestürzt - mit schrecklichen Folgen. Am Samstag gibt es eine Gedenkfeier.

Das AK berichtet am Freitag, 8. August 1969: „Ein schreckliches Unglück überschattete gestern den Waldbrand-Einsatz am Wixberg. Ein mit sechs Personen besetztes Tanklöschfahrzeug der Hemeraner Feuerwehr stürzte bei dem Versuch, sich der Brandstelle von den Einsaler Walzwerken zu nähern, einen etwa 200 Meter langen Abhang hinunter. 

Alle sechs Wehrleute wurden mit zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen in die beiden Altenaer Krankenhäuser transportiert. Von den VDM-Werken am Linscheid wurde die Feuerwache um 15.55 Uhr alarmiert, daß am Wixberg, zwischen Gasbehälter und Sportplatz, starke Rauchentwicklung zu sehen sei. 

Schwierige Löscharbeiten

Eine Minute später wurde der Alarm von der Feuerwache ausgelöst; weitere zwei Minuten danach fuhr bereits das erste Fahrzeug zur Brandstelle. Die Löscharbeiten gestalteten sich besonders schwierig, weil das Wasser entweder aus Tankwagen oder aus der Lenne den steilen Berg hinauf gepumpt werden mußte. 

Knapp vier Stunden später wurden die Tankfahrzeuge aus Lüdenscheid, Werdohl, Evingsen und de Einheiten Mühlenrahmede und Altroggenrahmede angefordert, um dem Feuer vom Fernsehumsetzer aus zu Leibe zu rücken. Da der Wixberg in drei verschiedene Gemeinden hineinreicht und zudem nachbarliche Hilfe notwendig war, wurde die Feuerwehr Hemer angefordert. 

Absturz auf schmalem Waldweg

Die Hemeraner Wagen hatten die Aufgabe, von oben her den Brand zu bekämpfen. Bei dem Versuch, über einen schmalen Waldweg zu der Brandstelle zu gelangen, passierte das Unglück. Das Fahrzeug, von Klaus Dieter Klein gelenkt, stürzte von einem Weg aus ab und überschlug sich. Eine deutliche Spur abgerissener junger Tannen und kleiner Laubbäume zieht sich durch die Schonung. Ausrüstungsgegenstände liegen umher. 

Kurz vor dem Ende der 200 Meter langen Spur schlug der Wagen so auf, daß der schon stark deformierte Aufbau, in dem die Feuerwehrleute saßen, vollständig vom übrigen Fahrzeug abgerissen wurde. Der Wagen, mit 2400 Liter Wasser gefüllt, schlug noch einmal hart unterhalb des nächsten Weges auf und verfing sich dann zwischen dicken Bäumen. Einige davon brachen ab. 

Ungefähr dreißig Menschen riefen bei der Feuerwehr an, die von ihren Fenstern in den Siedlungen Knerling und Tiergarten aus den Brand beobachteten, daß der Wagen abgestürzt sei. Die Feuerwache meldete das Unglück sofort über Funk an die Einsatzfahrzeuge, die sich direkt zu der Absturzstelle begaben. 

Unabhängig davon wurde sofort Alarm für die DRK-Bereitschaft und für den Krankenwagen gegeben. Es dauerte aber trotzdem einige Zeit, bis die Fahrzeuge die ersten Verletzten aufnehmen konnten. 

Rettung sehr schwierig

Auch gestaltete sich die Bergung der Wehrleute, die zum Teil noch eingeklemmt waren, sehr schwierig. Wilhelm Poggel und Dieter Tönnes (beide 18 Jahre alt) wurden in das katholische Krankenhaus eingeliefert. Fritz Reinbote (48), Brandmeister Helmut Kuhlmann, Fritz Twelker (16) und der am schwersten verletzte Klaus Dieter Klein (27) fanden Aufnahme im städtischen Krankenhaus. Der am Rückgrat verletzte Klein wurde bereits gegen 20 Uhr in ein Bochumer Krankenhaus überführt. 

Besonders tragisch: Die Frau des am schwersten verletzten Klaus Dieter Klein erwartet in den nächsten Tagen ein Baby. Klaus Dieter Klein erlag seinen schweren Verletzungen drei Tage nach dem Unfall. 

Vor einigen Jahren wurde an der Absturzstelle eine schlichte Gedenktafel aufgestellt. Dort wird eine Abordnung der Hemeraner Feuerwehr an diesem Samstag eine Gedenkfeier veranstalten.

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