Traditionsfirma Hohage investiert kräftig

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Hohage-Geschäftsführer Volker Kluczka (links) und Einkaufsleiter Michael Kuse zeigen die Baustelle. Die neue Halle wird Außenmaße von 25 mal 35 Metern haben und soll im nächsten Frühjahr fertig sein.

ALTENA - Die Firma C. Hohage, gegründet 1858, kennt möglicherweise schon in einer Entfernung von nur 20 Kilometern von Altena kaum jemand - weil er nicht weiß, dass er fast täglich und bei sehr vielen Gelegenheiten mit Produkten von der Rahmedestraße 406 in Berührung kommt.

Beim Einkaufen im nächsten Supermarkt, beim Griff zur Kaffee-Vorratsdose in der Küche - sehr wahrscheinlich ist da ein Drahtprodukt aus Altena im Spiel.

Das Unternehmen fertigt zum Beispiel Lochplattenhaken für Supermärkte, Baumärkte und Kaufhäuser, Dekorationsartikel, aber auch Biegeteile für die Automobilindustrie. Bei Hohage läuft es wirtschaftlich gut. So gut, dass jetzt mehr Platz zum Produzieren und Lagern geschaffen werden muss.

Diesen Zweck wird eine fast 880 Quadratmeter große Halle erfüllen, an der seit Juni auf dem Gelände des Unternehmens gebaut wird. „Wir stoßen an die Grenzen unserer Kapazität“, sagt Geschäftsführer Volker Kluczka. Deswegen wird jetzt nachgelegt; und es wird viel Geld in die Hand genommen: Rund 1,2 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen die Erweiterung kosten. Das Geld wird in erster Linie aufgewendet für die Halle - rund 800 000 Euro -, aber auch für neue Maschinen, die mit etwa 400 000 Euro veranschlagt sind.

Lagerplatz sei in dieser Branche wichtig, etwas abweichend von anderen Fabrikationszweigen, erläutert Kluczka. Große Kunden wie Rewe und Edeka arbeiten mit exakt und eng gesetzten Terminplänen, wenn es zum Beispiel um die Eröffnung neuer Filialen geht. „Dann muss schnell und auf den Tag genau geliefert werden.“ Deshalb sei wegen der großen Produktpalette, die in Grünewiese gefertig wird, ein gewisses Maß an Lagerhaltung einfach notwendig.

Die neue Halle entsteht im Südosten des Firmengeländes, das immerhin rund 5000 Quadratmeter umfasst. Eine alte Trafostation musste für den Neubau weichen. Der wird eine Höhe von acht Metern haben, und damit reichlich Raum bieten.

70 Mitarbeiter sind derzeit bei C. Hohage beschäftigt. Bis zu fünf Neueinstellungen werden nach Angaben der Geschäftsführung mittelfristig durch die Erweiterung möglich.

Ein Blick zurück: Der Ursprung der Firma Hohage lag 1858 in einer „Schmiede für Bohrschrauben und Drahtzieherwerkzeuge“ bei Oevenscheid in der Nachbargemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. Ihr Gründer war Carl Wilhelm Hohage. 1864 folgte dann der Umzug der Firma an den heutigen Standort Grünewiese.

Stichwort:

Im Jahr 1897 begann die Firma C. Hohage mit der Herstellung von Hut- und Mantelhaken sowie Sargbeschlägen - das war der Beginn der Fertigwarenproduktion. Aus dieser Zeit haben sich die so genannten Pietätsartikel als einziges Produkt der Frühgeschichte der Firma bis heute im Sortiment erhalten. Die Umstellung auf elektrischen Strom erfolgte im Jahr 1918. Nach etlichen anderen Erweiterungen und Modernisierungen wurde die Fertigung im Jahr 1999 automatisiert. Die Produktions- und Lagerfläche beträgt heute 5000 Quadratmeter; der Exportanteil liegt bei bis zu 25 Prozent.

von Thomas Keim

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