Tourismus-Fachmann lobt Aufzug in höchsten Tönen

+
Thomas Weber (r.) ging nah ran an die Pläne.

ALTENA ▪ Sicher auch eine Reaktion auf die Kritik am Aufzug: Ganz kurzfristig trommelten Stadt und Stadtmarketing-Verein eine illustre Runde von Befürwortern des Projektes zusammen: Kreistagspolitiker, Vertreter der örtlichen Parteien und Abgesandte von Stadt- und Kreisverwaltung trafen sich gestern im Informationszentrum 2015, hinzu kam Thomas Weber.

Er ist Geschäftsführer von „Sauerland Tourismus“. Dabei handelt es sich um einen Verein, der von Städten und Kreisen im Sauerland getragen wird und der sich vor allem um das Marketing für die Region bemüht.

„Riesenchance“, „ein Konzept, das mich wirklich begeistert“, „einzigartig“ – der Tourismus-Fachmann geizte nach seinem Gang durch den Stollen und dem Studium der Pläne nicht mit Lob für den Aufzug und bescheinigte ihm nicht nur ein hohes touristisches Potenzial. Auch für die Bewohner der Stadt werde durch den Aufzug und die Stadtumbau-Projekte „ein neues Bild des Lebensraumes“ geschaffen. Damit gab er Bürgermeister Dr. Hollstein eine Steilvorlage: Nicht nur in Altena, sondern auch in vielen Nachbarstädten sei es so, dass Führungskräfte der Firmen mit ihren Familien nicht in die Region zögen, weil es ihnen her an Lebensqualität fehle.

Weber sieht Umbrüche in der Tourismus-Branche, die dem Sauerland zugute kommen könnten – der Begriff Heimat gewinne an Bedeutung, Und Heimat brauche Symbole. Die Burg sei ein solches Symbol, und zwar für den ganzen Kreis. Der werde davon profitieren, dass kleine „Alltagsfluchten“ für die Menschen immer wichtiger würden. Dafür sei der Kreis wegen seiner Nähe zum Ruhrgebiet ideal. Einige Bedürfnisse erfülle die Region schon, lobte Weber und nannte die Premium-Wanderwege, de gut angenommen würden. „Und wer hätte je gedacht, dass Fahrradfahren im Sauerland mal eine Rolle spielen wird?“, fragte er und verwies auf den gut frequentierten Ruhrtal-Radweg. Umso besser sei es, dass jetzt die Vollendung der Lenneroute angegangen werde. Ein weiteres Ziel müsse es sein, kulturelle Schwerpunkte zu setzten.

„Verzahnung“ und „Vernetzung“ waren viel gebrauchte Begriffe bei der gestrigen Veranstaltung. Der Märkische Kreis müsse sich als Einheit verstehen, Städte müssten miteinander kooperieren. Wer morgens die Burg besuche, könne ja nachmittags im Saunadorf relaxen oder mit seinen Kindern die Phänomenta bestaunen – so stellt sich das der Bürgermeister vor und erntet Zustimmung von Museumsleiter Sensen: Nur solche Gesamtpakete könnten dazu führen, Übernachtungszahlen zu steigern, sagte der gestern. Dazu sei aber auch eine Qualitätsoffensive des Gastgebergewerbes erforderlich, mahnte Hendrik Klein, der in der Kreisverwaltung für Tourismus-Fragen verantwortlich zeichnet.

„Es kann nicht sein, dass jetzt ein solches Störfeuer kommt“, sagte Hermann Reyher von den Kreis-Grünen an die Adresse der Aufzugsgegner. Entspannter sieht das Uwe Kober von der Altenaer CDU: Es gebe mehr Diskussionen um das Projekt, er erlebe dabei immer wieder, dass Menschen sich überzeugen ließen, wenn man ihnen die Hintergründe veranschauliche. ▪ ben.-

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare