Tosender Applaus für „Auf Draht“

ALTENA Das Freie Theater „Auf Draht“ präsentierte am Freitagabend im Lennestein Boulevardtheater, wie man es kaum besser auf die Bühne bringen kann. Die Komödie „Ein toller Dreh“ stammt aus der Feder von Anthony Marriott und Alistair Foot. Erzählt wird die Geschichte einer Immobilienfirma, die schon lange versucht, eine Nobelvilla zu verkaufen - bislang erfolglos.

Also gaukelt man den Interessenten ein älteres, angeblich schon seit vielen Jahren in dem Haus lebendes Ehepaar vor. Die Rolle des Ehemannes übernimmt dabei Verkaufsleiter George Pitt (Tobias Vogt), die seiner Ehefrau die wenig bekannte Schauspielerin Melanie Sinclair (Britta Holt-Hermerschmidt). Doch Pitt hat ein Problem. Der Schwindel darf nicht auffliegen, kandidiert er doch für das britische Parlament – und eher zufällig taucht ausgerechnet ein Abgeordneter des Parlamentes (Jens Weihl) am Ort des Geschehens auf. Als weitere Interessenten stellten sich Lord und Lady Cooper (Ulrike und Dietmar Vogt) vor, die jedoch alles andere als seriös wirkten. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass alle Personen nicht das sind, was sie zu sein vorgeben. Die Verwicklungen nehmen kein Ende.

„Auf Draht“ konnte sich in diesem Jahr über drei Neuzugänge freuen. Zwei Debütantinnen standen auf der Bühne. Tanja Meyer und Katharina Wolfinger gaben der Komödie durch leicht bekleidete Szenen eine gewisse pikante Note. Ihren ersten Bühnenauftritt absolvierten beide Darstellerinnen gekonnt.

Ein drittes, neues Mitglied des Ensembles stellte Dietmar Vogt am Ende der Vorstellung vor. Sandra Kettling agierte zwar „nur“ im Hintergrund. Sie war jedoch neben Frank Lengelsen für die nicht ganz unkomplizierte Technik, die das Stück erforderte, zuständig und entledigte sich dieser Aufgabe bravourös.

Vor allem der Bühnenaufbau erwies sich als äußerst kompliziert. Das Stück spielte nämlich auf zwei Ebenen. Das Bühnenbild setzte sich deshalb aus unzähligen Einzelteilen zusammen, die, miteinander verbunden, zwei Stockwerke der Nobelvilla zeigen, auf denen die Handlung sich zum Teil gleichzeitig abspielt. Um dieses Bühnenbild zu erstellen, waren Fantasie und handwerkliches Geschick gefordert.

Das Publikum honorierte die Gesamtleistung des Ensembles auf ungewöhnlich lautstarke Art und Weise. Nachdem schon mehrfach Szenenapplaus zu hören war, zeigte der Schlussapplaus, dass das Publikum nicht nur mit der Auswahl des Stückes sondern insbesondere mit dessen Umsetzung mehr als nur zufrieden war. Noch nie sei der Beifall nach einer Premiere derart frenetisch gewesen, erinnerten sich die „alten Hasen“ unter den Darstellern anschließend.

Wer noch Karten für dieses sehenswerte Stück haben möchte, sollte sich beeilen – sehr viele gibt es nicht mehr. Zu haben sind sie zum Preis von sieben Euro im Lennestein, bei Cafe´ Merz, in der Buchhandlung Katerlöh und beim Versicherungsbüro Vogt.

Die weiteren Vorstellungen finden am 12., 13., 17. und 19. März im Lennestein statt. Sie beginnen stets um 20 Uhr. Einlass ab 19 Uhr – frühes Kommen empfiehlt sich, damit man nicht ganz hinten im Saal sitzen muss.

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