40 Tonnen am Haken für neues Regenüberlaufbecken

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Maßarbeit: Das Unterteil des Beckens beseht aus zwei Teilen, die nacheinander in die Baugrube gehoben wurden.

ALTENA - Die Brücken der Sauerlandlinie sind zu schwach für den Schwertransport, der gestern im Morgengrauen in der Rahmede ankam – deshalb musste das 40 Tonnen schwere Bauteil für ein Regenüberlaufbecken über Nebenstrecken von Dortmund nach Altena gebracht werden. Mit Hilfe eines schweren Autokrans wurde es am Vormittag millimetergenau in die Baugrube gehoben, die in den letzten Wochen in Höhe des ehemaligen Autohauses Pflug entstanden ist.

Regenüberlaufbecken haben die Aufgabe, bei Stark-regen Wasser aus der Kanalisation in Gewässer – hier also in den Rahmedebach – abzugeben. „Das Dicke bleibt unten“ - so schilderte Matthias Borkenfeld, Ingenieur bei der Bochumer Planungsfirma Tuttahs und Meyer, die Wirkungsweise. Eine Art Schott sorgt dafür, dass Fäkalien und andere Feststoffe sich absetzen und nur Wasser an den Bach abgegeben wird. So wird dessen Verschmutzung in erträglichen Grenzen gehalten.

Das Becken, das zurzeit in der Rahmede entsteht, hat ein Fassungsvermögen von gut 200 Kubikmetern. Es besteht aus insgesamt vier Teilen, die in einem Dortmunder Betonwerk vorgefertigt und jetzt in der Rahmede zusammengefügt werden. Drei Wochen werde noch gebaut, schätzte Borkenfeld gestern. Es fehlen nämlich noch Schieber, Drosselklappen und Rückstauventile, die zum Betrieb des Beckens notwendig sind.

Auftraggeber der Bauarbeiten ist – nicht ganz freiwillig – das städtische Abwasserwerk: Der Neubau gehe auf eine entsprechende Anweisung der Bezirksregierung zurück, erklärte Günter Drabinski gestern vor Ort. Einen Regenüberlauf gibt es an dieser Stelle schon immer – aber keinen so leistungsfähigen und vor allem einen, der sich unter der Brücke befindet, die die Rahmedestraße über den Bach führt. Dadurch werde der Abflussquerschnitt reduziert, erklärte Borkenfeld gestern. Vor allem dann, wenn der Rahmedebach noch Geäst und anderes Treibgut vor das Hindernis spüle, bestehe im Bereich der Mühlenrahmder Straße eine konkrete Überflutungsgefahr.

Rund 220 000 Euro gibt das Abwasserwerk für die Baumaßnahme aus. Der drei Mann-Betrieb ist nicht in der Lage, solche Projekte selbst zu planen und deren Ausführung zu überwachen – deshalb die Vergabe an die Ingenieurgesellschaft Tuttahs und Meyer. Mit diesem Büro arbeitet das Abwasserwerk schon seit längerer Zeit und zur vollsten Zufriedenheit zusammen.

von Thomas Bender

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