Tombola-Glücksspiel in Altena seit Jahren beliebt

Unvergessen: Das Höschen im Döschen

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Helga Schmidt (links) ist seit 1974 Tombola-Beauftragte des Rassekaninchenzüchtervereins W9 Altena. Mit hinter der Lostrommel steht auch Regina Hochstein.

Altena - Beim Fußball-Benefizturnier, beim Dahler Kultursommer, beim Sommerfest einer Kindertageseinrichtung oder beim Kinderkarneval: Früher gehörte eine Tombola zu jedem guten Fest dazu. Doch wie steht es heute um den Spaß mit den Losen? Immer mehr Vereine haben Schwierigkeiten, große Feste zu stemmen, einige lösen sich sogar auf. Bedeutet das Vereinssterben auch das Ende für die Tombolas?

2014 wurden beim Sommerfest auf dem Nettenscheid und dank der Tombola-Erlöse noch 1600 Euro für die Delfintherapie eines Mädchens zusammengetragen. 2015 lockten die Lose beim Kinderkarneval mit drei außergewöhnlichen Hauptpreisen – unter anderem einer Kinderzimmer-Renovierung – und 2016 bot das DRK bei seinem Basar eine Tombola an. Die Preise setzen sich häufig aus gekauften und gespendeten Sachen zusammen.

Anlaufstellen für die Vereine sind in Altena unter anderem Zetzmann & Bröer und der Juwelier Betzler. „In den letzten Jahren ist es nicht unbedingt weniger geworden“, sagt Friederike Haar, Inhaberin von Zetzmann & Bröer. Sie gibt regelmäßig Sachspenden wie zum Beispiel Trinkflaschen an Kindergärten, Schulen oder Vereine. „Man hat so seine treuen Kunden, denen gibt man damit auch gerne etwas zurück“, erklärt sie. Auch Schmuck und Uhren sind bei Verlosungen beliebt, wie Sabine Schröder, Juniorchefin beim Juwelier Betzler weiß. Im Hause Betzler haben die Spenden an die Vereine seit mehr als 80 Jahren Tradition. „Mein Großvater hat gerne die Sportvereine unterstützt, besonders für Handball hat er sich begeistert.“

Glitzernde Armbänder, Lederschmuck oder Uhren spendet das Team vom Juwelier Betzler gerne für die Vereinsfeste.

Für die Kaninchenzüchter gebe es Kinderuhren oder Kinderwecker, das Team vom Lennekai bekomme Glitzer- oder Lederarmbänder für junge Menschen und dem Tierschutzverein spendeten sie Schmuck querbeet. „Meistens sind es Kleinigkeiten bis zu 40 Euro, was genau wir spenden, hängt vom Verein ab.“ Auch größere Spenden seien möglich, „wenn es gerade passt. Wir haben zum Beispiel eine ganze Reihe Pokale für den Kinderfußball gespendet“, sagt Schröder. Auch sie hat nicht das Gefühl, dass die Nachfrage nach Sachspenden abgenommen hat: „Das ist seit Jahren konstant. Es kommen auch immer dieselben Leute.“

So sammeln zum Beispiel seit vielen Jahrzehnten die Rassekaninchenzüchter des Vereins W9 fleißig Preise ein, um den Besuchern der Kaninchenschau die traditionelle Tombola anbieten zu können. Seit 1974 ist dort Helga Schmidt Tombola-Beauftragte.

„1972 bin ich in den Verein eingetreten und zwei Jahre später hatte ich schon einen Posten bei der Organisation der Tombola unserer Kaninchenschau”, erinnert sie sich. Gemeinsam mit Friedel Müller und Heinz-Jürgen Gebhardt kaufte sie die Preise im Aldi ein.

Aus Tradition unterstützt Sabine Schröder vom Juwelier Betzler die Vereine.

„Das war aber damals noch ein reiner Eigenprodukte-Discounter, da gab es keine Marken. Friedel und ich wollten das dann etwas hochwertiger gestalten. Insbesondere bei Süßigkeiten zahlte es sich aus, wenn Markenschokoriegel, die bekannten Gummibärchen und natürlich ein paar tolle Spielzeuge unter den Preisen zu finden waren.”

Die gute Resonanz und hohe Beliebtheit der Tombola der Kaninchenzüchter erklärt sich Helga Schmidt durch die tatkräftige Unterstützung des Einzelhandels. „Ganz viele inhabergeführte Geschäfte und Institutionen in Altena machen mit und geben uns eine Spende. Viele davon allein aus alter Verbundenheit mit uns, denn mit der Schau verbinden ja viele Unternehmer selbst noch Kindheitserinnerungen”, weiß Schmidt nach mehr als 40 Jahren Tombola.

Besonders der Hauptgewinn und die dafür festgelegte Losnummer sei den Gästen immer im Gedächtnis geblieben: Seit Jahrzehnten gibt es für die Nummer 1000 traditionell einen großen Präsentkorb. Doch auch ausgefallene Preise mischen sich immer wieder unter die Spenden der Einzelhändler. „Der skurrilste Preis, der mir untergekommen ist, waren sehr originell verpackte Schlüpfer: Das Höschen im Döschen. Mehr verrate ich an dieser Stelle lieber nicht. Denn unsere Tombola lebt doch vom Überraschungsmoment”, sagt Helga Schmidt.

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