Auftakt vor dem Lüdenscheider Amtsgericht

Tödliche Hausexplosion in Evingsen: Darum geht es im Prozess

Altena/Lüdenscheid - Es sind furchtbare Szenen, die sich am 18. Juli in Evingsen abspielen: Zwei Fremde betreten ein leer stehendes Haus, kurz darauf eine Explosion. Der eine schafft es verletzt ins Freie, der andere stirbt in der Flammenhölle. Viele Fragen sind offen. Der jetzt beginnende Prozess soll Antworten liefern.

Am 10. Januar beginnt vor dem Lüdenscheider Amtsgericht der Prozess um das verheerende Feuer, das am 18. Juli 2018 ein Menschenleben forderte und ein Wohnhaus An der Roleye in Evingsen völlig zerstörte.

Angeklagt ist ein 30-Jähriger aus dem Kosovo, ihm wird Brandstiftung mit Todesfolge vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er und das 31-jährige Opfer des Brandes das Feuer absichtlich gelegt haben und dass sie dabei im Auftrag des Hausbesitzers handelten, der sich die Abrisskosten für das marode Gebäude sparen wollte. Deshalb wurde auch er von der Staatsanwaltschaft Hagen angeklagt.

Explosion in Einfamilienhaus in Altena-Evingsen - Dachstuhl steht in Flammen

Der erste Verhandlungstag beginnt am Donnerstag um 9 Uhr im Amtsgericht Lüdenscheid. Drei weitere Termine folgen, die Urteilsverkündung ist für den 28. Januar geplant. Ort des Geschehens ist Lüdenscheid, da damals ein Amtsrichter aus der Kreisstadt zuständig war.

Was in Evingsen geschah

An jenem Mittwoch im Hochsommer wurden die Männer gesehen, wie sie gegen 11.30 Uhr aus einem Auto mit französischem Kennzeichen ausstiegen und mit einem Kanister das unbewohnte Einfamilienhaus in Evingsen betraten. Kurz danach hörten Anwohner eine Explosion, an die sich der Brand anschloss.

Im Dachgeschoss starb in den Flammen ein 31-Jähriger aus Bosnien-Herzegowina. Auch der Hauseigentümer ist Bosnier, er wohnt aber in Deutschland. Der angeklagte Überlebende aus dem Kosovo (30) wurde verletzt ins Krankenhaus geflogen und verhaftet.

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