Todesnachricht überbringen ist Berufs-Alltag

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Vera Winner (hinten) und Notfallseelsorger Ulrich Slatosch.

ALTENA ▪ Sein Händedruck ist kräftig. Die Augen lachen fröhlich hinter der Brille. Auch wenn der Alltag von Diakon Ulrich Slatosch in der Regel alles andere als fröhlich ist. Der 51-jährige Altenaer ist von Beruf Notfallseelsorger und bei der Diözese Essen angestellt.

„Kein Tag gleicht dem anderen“, sagt er bescheiden, als er sich kurz vor dem Seniorenkreis „Martin und Käthe“ im evangelischen Gemeindehaus Mühlendorf vorstellt. „Der Dienst als Notfallseelsorger ist niemals einfach nur Routine.“

Schwierige Situation

Und während die Seniorinnen – heute sind auch zwei Männer in der Runde – ihren Kaffee und ihre Torte verzehren, stellt Vera Winner den Referenten vor. Die Sprecherin von „Martin und Käthe“ hat den Mann eingeladen, „weil er uns aufzeigen kann, schwierige Situationen neu einzuschätzen und konkrete Hilfe anbietet.“

Erst vor ein paar Tagen hat Slatosch wieder so eine Situation erlebt. Er musste Polizeibeamte begleiten, die Angehörigen eines Unfallopfers die traurige Nachricht vom Tod eines Menschen überbringen mussten.

Hilfe erfolgt still

Aktuell arbeitet er aber auch bei der Trauerbewältigung der Love-Parade in Duisburg mit und war auch beim furchtbaren Schützenunglück im benachbarten Menden im letzten Sommer zur Stelle. „Ich werde von den Einsatzkräften vor Ort angefordert. Dann beginnt meine Tätigkeit.“ Und Slatosch erzählt ruhig von Gesprächen, von Besuchen, vom Aufarbeiten des oft schier nicht Fassbaren. Und er ermuntert die Seniorenrunde: „Suchen Sie den Kontakt, wenn sie etwas schwer bedrückt und belastet. Notfallseelsorger helfen still und verschwiegen.“ ▪ job

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