Nische in Corona-Zeiten: Tischler baut Trennwände für Praxen und Co.

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Besprechung in der Arztpraxis: Tischler Alexander Veit (links) mit dem Mediziner Matthias Rüth und Tischlermeister Carsten Schmidt. Auch am Empfang der HNO-Praxis wird eine Acrylglas-Scheibe eingebaut.

Altena – Tischler Carsten Schmidt hat eine neue Nische für seinen Handwerksbetrieb entdeckt: Er arbeitet nun in Arztpraxen und Apotheken.

Dutzende von Patienten besuchen täglich die Gemeinschaftspraxis der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte Matthias Rüth und Dr. Heino Davids an der Kirchstraße 16. Ob sie nun einen der beiden Mediziner aufsuchen oder sich nur eine Überweisung abholen: „Immer gibt es Kontakt auf engstem Raum“, sagt Matthias Rüth. 

Als er in einer benachbarten Apotheke die dort eingebauten Acrylglas-Schutzwände sah, rief er sofort den Handwerker an, der sie dort aufgestellt hat. „Mit so einer simplen Maßnahme können wir unser Team, aber natürlich auch all unsere Patienten wirksam vor Tröpfchen-Infektionen schützen“, sagt Rüth. 

Tischlermeister Carsten Schmidt kam umgehend mit seinem Mitarbeiter Alexander Veit in die Praxis und nahm Maß. Wichtig ist dem Handwerksmeister: Die Wände müssen so verbaut sein, dass sie optisch kaum ins Gewicht fallen. So verzichtet seine Werkstatt auf handdicke Rahmen oder Träger, sein Team schafft es, die Trennwände optisch fast unsichtbar erscheinen zu lassen. 

Zig Aufträge für Schmidt

Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen zwar Schutz suchten, ihn aber optisch nicht unbedingt als Schranke erkennen möchten, sagt der Meister. Schmidt kann sich im Moment vor Anfragen in genau dieser neuen Pandemie-Geschäftsnische kaum retten. 

„Wir haben zwar auch sonst einen recht guten Auftragsbestand, aber jetzt, in Zeiten von Corona, sind Trennwände sehr gefragt.“ Die Acrylglasscheiben, die er passgenau an die Gegebenheiten vor Ort anpassen muss, haben unterschiedliche Stärken. 

Der Handwerksmeister rät meist zu Modellen mit Acrylglasstärken von acht bis zehn Millimetern. Denn dieses Material verzerrt auch das Durchsehen nicht. Der Einbau ist nach dem Maßnehmen, Zuschneiden und dem sich Aufbau samt Einlassen in die Theken oder Tische verursacht kaum zusätzlichen Lärm oder Schmutz. 

Trennwand für die Poststation

In der Pipeline bei Schmidt ist auch Markus Tenne. Er ist Betreiber der Poststation und der Allgemeinen-Reise-Agentur und sagt: „Vergangene Woche hatte das Team keine Zeit, sich um unser Büro zu kümmern. Jetzt haben wir einen Termin, dann werden wir entscheiden, ob der Einbau einer solchen Schutzmaßnahme bei uns Sinn macht."

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