Das Katzenelend verringern

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Wer eine verwahrloste Katze findet, sollte immer den Tierschutzverein verständigen. Sieht die Katze gepflegt aus und trägt vielleicht sogar ein Halsband, so gehört sie laut Sabine Hammer höchstwahrscheinlich zu einem Halter und ist vermutlich kastriert.

Altena - Während in vielen anderen Städten die Tierschutzvereine vergeblich versuchen, eine Kastrationspflicht für Katzen zu erwirken, ist diese in Altena bereits seit 2012 in Kraft. Für Katzenhalter bedeutet das: Freigänger müssen ab dem fünften Lebensmonat von einem Tierarzt kastriert und mittels Tätowierung oder Mikrochip gekennzeichnet werden. Aber bewirkt diese Verordnung überhaupt etwas?

Um entlaufene oder herrenlose Katzen in Altena kümmert sich der Tierschutzverein Iserlohn. Die Vorsitzende Sabine Hammer ist dankbar, dass Altena vor fast sechs Jahren die Kastrationspflicht eingeführt hat. „Jetzt haben wir etwas in der Hand, wenn wir Katzenhalter darauf hinweisen“, sagt sie. Lässt ein Katzenhalter seine Katze unkastriert ins Freie, so kann gegen ihn ein Bußgeld verhängt werden.

Bisher war das in Altena zwar noch nicht notwendig, herrenlose Katzen seien jedoch trotzdem aufgegriffen, kastriert und vermittelt worden, wie Joachim Protzer vom Ordnungsamt der Stadt Altena mitteilt. „Wenn wir keinen Halter ermitteln können, können wir auch kein Bußgeld verhängen“, erklärt er. Grundsätzlich seien herrenlose Katzen aber kein tägliches Problem in Altena. „Das passiert nur sporadisch.“

Anwohner, die verwahrloste Katzen bemerken, sollten diese sicherheitshalber immer dem Tierschutzverein melden. „Die sind dann meistens nicht kastriert“, sagt Sabine Hammer. Auch das Anfüttern sei eine gute Möglichkeit, die Population der Katzen zu kontrollieren. „Wir bekommen oft Anrufe von den Futterstellen, die eine neue Katze bemerkt haben. Die können wir dann einfangen und kastrieren lassen, wenn wir wissen, dass sie täglich an dieselbe Stelle kommt.“ Ein positives Beispiel sei dafür der Drescheider Berg: An Futterstellen konnten die Tiere eingefangen und kastriert werden. Wo früher fast 15 Katzen gelebt hätten, seien es heute laut Hammer vielleicht zwei oder drei.

Auch die Zeiten in denen im Frühjahr 60 bis 70 Kitten im Tierheim landeten, seien vorbei. Seit die Kastrationspflicht besteht, hat Hammer den Eindruck, dass sich weniger Leute an das Tierheim wenden würden. „Das macht sich aber nicht in einem Sommer bemerkbar“, betont sie.

Wichtig sei die Kastration der Freigänger besonders, um das Elend der verwahrlosten Katzen einzuschränken. „Es sind domestizierte Tiere, sie sind auf die Zufütterung von Menschen angewiesen“, erklärt Hammer. Futterstellen würden auch mit Mitteln gegen Wurm- oder Flohbefall ausgestattet, um diesen einzudämmen. Um die Situation zu verbessern sei die Kastrationspflicht ein Anfang, reiche aber nicht aus: „Wir sind auf die Hilfe der Bürger angewiesen“, betont Hammer.

So appelliert sie auch besonders an die Katzenhalter, ihre Freigänger kastrieren zu lassen, um gerade im Frühling die Zahl der herrenlosen Kitten zu verringern.

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