Stadtwerke Iserlohn halten Bergrechte in Evingsen

Jürgen Richter (links) und Reiner Timmreck von den Stadtwerken Iserlohn wissen auch nicht so genau, warum ihr Unternehmen Bergrechte in Evingsen besitzt.  Foto: Bender

Altena - Ursula Jung hat ganz genau hingeschaut: Als sie für das Altenaer Amtsgericht ein Wertgutachten für ein Haus am Tannenweg erstellte, da stieß die Gutachterin aus Eslohe auch auf ein uraltes Bergrecht. Unter weiten Teilen von Evingsen liegt nämlich das Bergwerksfeld Gallmey, in dem die Stadtwerke Iserlohn Blei, Zink und Galmei (das sind Zinkverbindungen) abbauen dürfen.

Dass es dieses Recht gibt, ist in Evingsen nahezu unbekannt. Noch nicht einmal Marc Bunse, der Geschäftsführer der Stadtwerke Altena, wusste davon – dabei liegt das Bergwerksfeld auch mitten in der Schutzzone der Springer Quelle.

Sorgen um die Quelle oder um die Standfestigkeit der Evingser Häuser muss sich keiner machen: Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass in diesem Teil des Bergfeldes überhaupt jemals Bergbau betrieben worden sei, die Stadtwerke Iserlohn hätten das auch zukünftig nicht vor. Das sagt Jürgen Richter, Bereichsleiter technischer Service der Stadtwerke Iserlohn.

Dass im Bereich Dahle/Evingsen Bergbau betrieben wurde, ist historisch verbürgt – nicht zuletzt der verstorbene Dahler Heimatforscher Horst-Werner Stein hat das gründlich erforscht. Warum aber die Iserlohner die Bergrechte für einen Altenaer Stadtteil halten, kann nur gemutmaßt werden. Friedrich-Wilhelm Klinke, der Vorsitzende des Evingser Heimatvereins, berichtet in diesem Zusammenhang, das Evingsen zum Amt Iserlohn gehörte, bevor es dem 1841 gegründeten Amt Hemer zugeschlagen wurde.

Etwa 100 Quadratkilometer groß sei das Bergfeld Gallmey, weiß Reiner Timmreck, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn. Diesem Unternehmen wurden in den 1970-er Jahren die Bergrechte der Stadt Iserlohn übertragen.

Dort wurde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Bergbau betrieben, Stollen und Schächte existieren heute noch und werden von den Stadtwerken betreut, unter anderem durch regelmäßige Begehungen. Hintergrund ist, dass das „Krug von Nidda“ genannte Wasserwerk der Iserlohner sich seit über 100 Jahren auf dem Gelände eines ehemaligen Bergwerkes an der Stadtgrenze zu Hemer befindet.

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