Viele Fragen zu Selbsttests

Corona-Testzentren: Konkrete Ideen für Standorte in Altena und Nachrodt

Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann.
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Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann. Solche Selbsttests sind im Moment nur schwer zu bekommen.

Nein, sie wissen nichts – die Frage nach den Selbsttests können die Mitarbeiter der Aldi-Filialen offensichtlich nicht mehr hören. Am Samstag gab es dort zahlenmäßig sehr begrenzte Kontingente, die innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren. Wann neue kommen? „Wir wissen es nicht“, hieß es am Montagmorgen in der Filiale an der Bahnhofstraße.

Altena/Nachrodt – Szenenwechsel in den Fachhandel: „Sie sollen irgendwann in dieser Woche kommen“, heißt es in der Apotheke am Bahnhof auf die Frage, ab wann dort Selbsttests verfügbar sein werden. Ähnlich sieht die Lage in der Mühlenapotheke in Evingsen aus: Bis Mitte des Monats werde sie beliefert, hat Maria Nawrath von ihrem Großhändler erfahren. Sie berichtet, dass es eine durchaus nennenswerte Nachfrage gibt. Dass die Tests auch beim Discounter verkauft werden, sieht sie kritisch: „Dazu gehört ja auch eine Beratung.“

Nicht jeder Selbsttest ist geprüft

Stichwort Seriosität: Darauf legt auch Kai Kantimm, Chef der Edeka-Filiale in Nachrodt, großen Wert. „Es gibt viele Selbsttests auf dem Markt, die nicht geprüft sind. Deshalb warte ich auf die, die die Edeka-Gruppe herausgibt.“ Bis jetzt gibt es deshalb in seinen Geschäften in der Doppelgemeinde und in Lüdenscheid noch keine Tests zu kaufen. Er persönlich würde auch keine nutzen. „Was soll es wirklich bringen? Und bleibt dann nicht immer die Frage, ob der Test auch ein sicheres Ergebnis zeigt oder ob ich ihn vielleicht falsch angewendet habe?“. Einen Seitenhieb auf die Discounter kann er sich nicht verkneifen: „Wenn man so viel Werbung macht und dann nur eine Handvoll Tests verkaufen kann, ist das peinlich.“ Selbsttests sind in Nachrodt-Wiblingwerde noch nirgendwo zu haben. „Wir wissen noch nicht, wann sie bei uns eintreffen“, sagt Olga Smirnov, die stellvertretende Filialleiterin bei Netto. Sie sagt: „Ich finde die Selbsttests gut, so kann man ruhigen Gewissens die älteren Menschen besuchen.“

Burg Holtzbrinck ideal geeignet

Unterdessen rauft sich Bürgermeisterin Birgit Tupat die Haare, denn das Recht auf Schnelltests für alle ab dieser Woche bedeutet eine große logistische Herausforderung. Wer wird das wie schultern? Es gibt einen Schnellbrief des Städte- und Gemeindebundes zum Thema, aber „wir wissen noch gar nicht, wie es laufen soll“, spricht Birgit Tupat von einer unbefriedigenden Situation. Dennoch werden Überlegungen angestellt. Das Gebäude des Jugendzentrums oder die Lennehalle könnten als Testorte in Frage kommen. Die Stadt Altena schlägt die Burg Holtzbrinck vor, die den Wünschen des Kreises weitgehend entspricht. Gebraucht werden separate Bereiche für Anmeldung, Testung und Verwaltung sowie ein Wartebereich. Es dauert etwa 20 Minuten, bis das Testergebnis vorliegt.

Bürokratie bremst Apothekerin Daly aus

Schnelltests sind im Moment auch noch nicht in der Lenneapotheke möglich. Apothekerin Jacqueline Daly hat zwar eine Schulung gemacht, muss aber, um alle Abrechnungs-Modalitäten erfüllen zu können, vom Gesundheitsamt beauftragt werden. „Typischer Bürokratismus“, sagt die Apothekerin und befürchtet noch einige Wochen Anlaufzeit. Selbsttests sind auch noch nicht eingetroffen. „Das ist der Klassiker. Wir sollen alles richten und gleichzeitig werden uns Steine in den Weg gelegt.“

Schnelltests sind in der Mühlenapotheke kein Thema: „So lange ich selbst nicht geimpft bin, werde ich keine Abstriche nehmen“, erklärt Maria Nawrath. Außerdem habe sie keine geeigneten Räumlichkeiten dafür.

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