Immense Kosten

Tests für Mitarbeiter: Firmen in Altena bieten verschiedene Lösungen an

Um die Mitarbeiter zu schützen, werden bei VDM Metals schon seit einiger Zeit Coronatests gemacht.
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Um die Mitarbeiter zu schützen, werden bei VDM Metals schon seit einiger Zeit Coronatests gemacht.

Mitarbeitern, an deren Arbeitsplätzen sich Kontakte zu anderen Menschen nur schwer vermeiden lassen, bieten einige Firmen in Altena inzwischen Corona-Schnelltests an. Mit dieser neuen Option will man einen zusätzlichen Schutz der Arbeitnehmer vor einer Corona-Infektion erreichen. Die Firmen gehen dabei unterschiedlich vor. Ein Überblick.

Altena – Kontakte im privaten Bereich können die meisten Menschen während der Coronapandemie recht einfach reduzieren. Anders ist es häufig im Beruf: Manche Mitarbeiter haben keine Möglichkeit von zu Hause arbeiten. Die Gründe dafür sind verschieden. Arbeitgeber können solchen Mitarbeitern regelmäßige Corona-Schnelltests anbieten, um Infektionen im Betrieb möglichst vorzubeugen. Ein Blick in die Altenaer Unternehmen zeigt, dass die Firmen unterschiedlich mit den Testangeboten umgehen.

Gustav Selter

Die Geschäftsführung des Strick- und Häkelnadelherstellers Gustav Selter würde den 130 Mitarbeitern gerne regelmäßige Schnelltests anbieten. Bisher hake es allerdings bei deren Beschaffung, berichtet Geschäftsführerin Claudia Malcus. Größere Mengen seien nur schwer zu bekommen.

Um den Mitarbeitern dennoch das Angebot machen zu können, geht Selter einen Alternativweg. Angestellte haben die Möglichkeit, sich Selbsttests in der Apotheke zu kaufen und die Rechnung dem Unternehmen weiterzugeben. Pro Woche werden die Kosten für einen Test übernommen. Dazu sei das Unternehmen zwar nicht verpflichtet, betont Claudia Malcus, biete dem Personal die Möglichkeit aber gerne.

„Es ist auch in unserem Interesse, wenn die Mitarbeiter Vorsorge tragen“, sagt die Geschäftsführerin. Dass der Firma durch die Tests hohe Kosten entstehen, liegt auf der Hand. Wenn die Regelung ein Jahr lang so bleibt, würde Selter rund 40 000 Euro zahlen, beziffert Malcus. „Das ist wirklich heftig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Schnelltests nicht ganz so sicher sind.“

Möhling

Etwas anders geht die Drahtfirma Möhling vor. „Wir testen bei Bedarf und mit medizinischem Sinn und Verstand“, sagt Geschäftsführerin Britta Hölper. Die Abstriche würden von einer Ärztin gemacht, die das Unternehmen betreut. Inzwischen habe man aber auch einige Mitarbeiter geschult, sodass sie bei der Bewältigung der Aufgabe unterstützen können. Bewusst habe man sich bei Möhling gegen prophylaktische Tests im wöchentlichen Turnus entschieden.

„Der größte Schutz gegen eine Infektion besteht darin, sich an die Regeln zu halten“, sagt Hölper. „Durch regelmäßige Tests würden viele meinen, dass sie negativ sind und deshalb laxer mit den Schutzmaßnahmen umgehen.“ Ein Schnelltestergebnis gebe außerdem „nur für zwölf Stunden die Sicherheit, nicht infektiös zu sein“. „Für eine fünftägige Arbeitswoche wären die Ergebnisse also ohnehin nicht wirklich nützlich“, so die Geschäftsführerin.

Lüling

Ähnlich geht die Drahtfirma Lüling vor. Auch hier sollen Tests bei Bedarf und von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden, erklärt Geschäftsführer Christian von der Crone. Im Unternehmen selbst werden die Abstriche nicht gemacht. Lüling räumt Mitarbeitern im Verdachtsfall vielmehr Freiräume ein, um sich zum Beispiel bei ihrem Hausarzt testen zu lassen.

Diese Vorgehensweise könne sich aber auch jederzeit ändern, betont Christian von der Crone. „Wir beurteilen die Situation jeden Tag neu und richten uns danach aus.“ Dabei orientiere sich die Geschäftsleitung besonders an den lokalen Inzidenzwerten.

VDM Metals

Das Unternehmen VDM Metals führt Tests bei Mitarbeitern schon seit längerer Zeit durch. Der Entschluss dazu sei „unabhängig von politischen Empfehlungen gefallen“, sagt VDM-Sprecher Philipp Verbnik. Eine größere Menge Schnelltests habe man längst bestellt. In rund drei Wochen werde deren Lieferung erwartet. Die Schnelltests dienen bei VDM als zusätzliche Sicherheit. Zum Beispiel vor Kundenbesuchen oder Besprechungen, für die mehrere Mitarbeiter zusammenkommen müssen.

Die Abstriche bei VDM nimmt vorrangig der Werksarzt. Bei schwerwiegenden Verdachtsfällen wie ausgeprägten Coronasymptomen oder dem Kontakt zu einer infizierten Person hat das Unternehmen zudem Möglichkeiten, PCR-Tests zu veranlassen. „Insgesamt haben wir schon über 500 PCR-Tests bei Mitarbeitern durchgeführt“, beziffert Verbnik. 75 Infektionen konnten so seit Beginn der Pandemie nachgewiesen werden. Im Augenblick ist VDM coronafrei.

Wichtig sei laut Verbnik die Einhaltung der Hygieneregeln im Betrieb, die dazu beitragen, dass sich das Virus nicht in größerem Umfang ausbreitet. Aber auch für den privaten Bereich weise das Unternehmen die Mitarbeiter regelmäßig auf Vorsichtsmaßnahmen hin.

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