Neue Vorgaben

Termine nur mit Corona-Test: Friseur zieht die Reißleine

Der Neustart: Burcu Gökmen, Inhaberin des Friseursalons Bodrum im Stapel-Center, und Kundin Hildegard Stolz. Diese war am 1. März glücklich darüber, nach sechs Wochen wieder zum Friseur gehen zu können.
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Burcu Gökmen, Inhaberin des Friseursalons Bodrum im Stapel-Center, und Kundin Hildegard Stolz. Diese war am 1. März glücklich darüber, nach sechs Wochen wieder zum Friseur gehen zu können.

Termine nur mit Corona-Test: Die Friseure in Altena sind genervt. Denn das bedeutet: mehr Aufwand und weniger Kunden. Ein Friseur macht das nun nicht mehr mit.

Hans Joachim Christeleit war am Montag (29. März) nicht persönlich zu sprechen – aber dafür sprach der Anrufbeantworter des Friseurs eine deutliche Sprache: „Man hat ja so langsam den Kaffee auf“ wird dem Anrufer mitgeteilt. Die Ansage teilt weiter mit, dass der Friseursalon bis zum 17. April geschlossen bleiben wird. Komplett.

Die neuen Corona-Schutzauflagen will er seinen Kunden ganz einfach nicht zumuten. Eine neue Frisur gibt es seit Samstag (27. März) nur noch nach einem tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest mit negativem Ergebnis. Ab Donnerstag, 1. April, ist für den Friseurbesuch ein Schnelltest nötig, ein Selbsttest reicht nicht mehr.

Viele offene Fragen

„Wie sollen wir damit umgehen?“, fragt sich Brigitte Schenke, Inhaberin des gleichnamigen Friseursalons an der Lennestraße. Die Geschäftsfrau, die bereits seit 52 Jahren in der Burgstadt ansässig ist, hat Tests besorgt, auch wenn das nicht einfach gewesen sei. Aber: „Was ist zum Beispiel, wenn ein solcher Test positiv ausfällt? Ist dann der Kunde verpflichtet, sich beim Gesundheitsamt zu melden? Oder bei seinem Hausarzt?“ Fragen, die Brigitte Schenke mit dem Ordnungsamt klären möchte.

Insgesamt zeigt sich die Inhaberin gegenüber den neuen Regelungen skeptisch. „Natürlich wollen alle gesund bleiben, das ist doch klar. Aber es wird schon sehr umständlich und langsam sehr schwierig für uns“, blickt sie auf ihre Zunft. „Ich mache mir Sorgen.“

Frisörin: Harter Shutdown wäre besser

Kunden seien zwar grundsätzlich flexibel, wenn es um die neue Frisur geht, für ältere Kunden aber sieht Brigitte Schenke Schwierigkeiten: „Von ihnen bekommen wir auch Absagen.“ Grundsätzlich sei es positiv, dass in der Burg Holtzbrinck nun ein Testzentrum eingerichtet werde. Das erspare den Altenaern weite und bisweilen umständliche Wege.

Auch Burcu Gökmen, Inhaberin des Salon Bodrum im Stapelcenter, sieht die neue Lage mit sehr gemischten Gefühlen. „Seit Samstag ist es noch ruhiger geworden“, berichtet die Friseurin über die Auswirkungen der neuen Schutzverordnung. Ihre sechs Mitarbeiterinnen hat sie in Kurzarbeit geschickt.

Termin nur mit Test: „Doppelter Stress“

Burcu Gökmen ist der Meinung, dass ein erneuter vollständiger Lockdown sinnvoller gewesen wäre. Vor dem Ladenlokal im Stapelcenter hat die Friseurin Möglichkeiten geschaffen, dass Kunden einen Selbsttest absolvieren können. Akzeptiert wird im Salon Bodrum auch ein tagesaktueller vom Arzt bestätigter Test.

„Ich habe mich sofort darum gekümmert“, beschreibt Denis Karakus ihre Reaktion auf die neuen Anforderungen. 300 Selbsttests hat die Inhaberin des Salons „Flhair“ an der Lennestraße im ersten Anlauf bekommen. Insgesamt aber habe man nun „doppelten Stress“, von den ohnehin bestehenden Hygieneauflagen einmal abgesehen. „Es verzögern sich ja dadurch auch alle Abläufe.“

Die Kunden, ähnlich wie im Stapelcenter, werden aufgefordert den Corona-Test vor der Tür zum Salon auszuführen. Auch Denis Karakus berichtet von Terminabsagen, weil Kunden sich dem Prozedere nicht unterziehen möchten.

Alle Infos zur Corona-Entwicklung im MK gibt‘s in unserem News-Blog.

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