Nach Ärger der Anwohner

Tempomessungen am Lenneufer: Ergebnisse überraschen

Tempomessung Lenneuferstraße Lennepromenade Altena
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Die Tempomessung an der Lenneuferstraße zeigte überraschende Ergebnisse.

Anwohner hatten sich beschwert: In der 30er-Zone an der Lenneuferstraße würde gerast. Einen Monat lang kontrollierte die Stadt das Tempo der Fahrzeuge - mit überraschendem Ergebnis.

Altena – Überraschende Ergebnisse brachten die Tempomessungen entlang der Lennepromenade: Über einen langen Zeitraum – vom 14. September bis zum 11. Oktober – standen die städtischen Radargeräte in Höhe der untereren Lenneterrasse und in Höhe der Mittleren Brücke.

Es wurde in diesem Zeitraum das Tempo von exakt 46 852 Fahrzeugen gemessen. Überraschung dabei: Gerade einmal 23,9 Prozent der Fahrzeuge fuhren in der Tempo-30-Zone zu schnell – das ist ein niedriger Wert. Ausgehend von der Gesamtzahl bedeutet das Ergebnis, dass täglich durchschnittlich 1735 Fahrzeuge auf der Straße unterwegs sind. „Da ist also ganz schön Betrieb“, fasst Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler zusammen.

Autos in einer Richtung schneller unterwegs als in der anderen

Interessant ist in diesem Zusammenhang die sogenannte V-85-Geschwindigkeit, also das Durchschnittstempo von 85 Prozent der Kraftfahrzeuge. Es liegt in Fahrtrichtung Langer Kamp bei 37 Stundenkilometern. In der Gegenrichtung, also in Richtung Sparkasse, sind die Fahrer mit 32 Stundenkilometern interessanterweise langsamer unterwegs.

„Wir hätten insgesamt mit höheren Geschwindigkeiten gerechnet“, sagt Florian Splitt-Meyer aus der Stadtverwaltung, der die aufgezeichneten Daten ausgewertet hat. Insgesamt seien das für eine Tempo-30-Zone sehr gute Werte.

Grüne: Tempo 30 reicht nicht aus

Ausreißer gab es gleichwohl auch: In einer Nacht des Messzeitraumes ist ein Fahrzeug mit 95 Stundenkilometern über die Messstrecke gebrettert. Dem gegenüber steht das langsamste Fahrzeug, das mit 26 Stundenkilometern gemessen wurde. „Es gibt natürlich auch welche, die mit 50 Stundenkilometern unterwegs sind“, hat Splitt-Meyer den Daten entnommen.

Die Messergebnisse werden weitergeleitet an die Kreispolizeibehörde, sollen aber auch der Politik vorgelegt werden. Hintergrund sind zum einen Beschwerden von Anwohnern, dass an der Lennepromenade zu schnell gefahren werde. Zum anderen hatten die Grünen in der Ratssitzung im Mai einen Antrag vorgelegt, für diesen Bereich weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen zu prüfen. „Die Tempo-30-Zone reicht aus unserer Sicht nicht aus“, hatte Fraktionschef Oliver Held argumentiert.

Fußgänger schützen

Den zahlreichen Fußgängern müsse ein „leichter und sicherer Übergang“ ermöglicht werden. Viel Fußgängerverkehr gibt es naturgemäß im Bereich der beiden Lenneterrassen, aber auch an den mit blauem Plexiglas versehenen „Toren“ zur Innenstadt. Die Lennepromenade, so die Grünen, sei „zu einem deutlichen Anziehungspunkt für Touristen und Einwohner geworden, die sowohl die Lenneuferstraße als auch die Lennestraße in der Innenstadt nutzen“, schrieben die Grünen in ihrem Antrag.

Probleme sehen sie vor allem an den Übergängen: Sie seien zwar durch die „Torbögen“ aus Cortenstahl markant gestaltet, es fehle jedoch jegliche Verkehrsberuhigung. Konkret fordern die Grünen, dass die Verwaltung für den Bereich zwischen Lennekai und Küstersort weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung untersuchen soll.

Als Beispiele nennen sie Zebrastreifen oder Aufpflasterungen. Wenn es aber beispielsweise um einen neuen Fußgängerüberweg geht, sei eine Zählung der Passanten erforderlich, prognostiziert Ordnungsamtsleiterin Anweiler.

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