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Telefonzellen verschwinden aus Altena

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Von: Thomas Bender

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Ausgeräumt, aber nicht aufgeräumt: Die Standorte der demontierten Fernsprecher verschönern nicht unbedingt das Stadtbild.
Ausgeräumt, aber nicht aufgeräumt: Die Standorte der demontierten Fernsprecher verschönern nicht unbedingt das Stadtbild. © Bender, Thomas

War’s das mit den öffentlichen Fernsprechern in Altena? Der vor dem ehemaligen Postamt jedenfalls ist verschwunden und auch vor dem Reisebüro Rohe an der Lennestraße steht nur noch eine leere Säule: „Vor ein paar Wochen kam die Telekom und hat den Apparat ausgebaut“, berichtet Inhaberin Elke Rohe.

Altena – Das gleiche Bild am Bahnhof, dessen Mitinhaber Andreas Opitz den Demontagetrupp erst mal wieder nach Hause schickte – „die wollten hier mitten am Tag den Strom abschalten. Das geht natürlich nicht“. Inzwischen wurden auch dort Fakten geschaffen, der Fernsprecher ist demontiert. Er werde aber nach seiner Reparatur wieder montiert, versicherten die Techniker – und Provinzial-Geschäftsstellenleiter Opitz wundert sich: „In den acht Jahren, in denen wir jetzt im Bahnhof sind, habe ich noch nie gesehen, dass da jemand telefoniert hat“.

An Bahnhöfen werde die Telekom auch weiterhin öffentliche Fernsprecher betreiben, sagte ein Telekom-Sprecher Anfang des Jahres dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch in großen Einkaufszentren und an Flughäfen werde man weiterhin Präsenz zeigen. 14 200 öffentliche Fernsprecher gab es zu diesem Zeitpunkt bundesweit, 2006 waren es noch 110 000.

Der rasante Schwund der öffentlichen Fernsprecher lässt sich auch in Altena an allen Ecken und Enden beobachten. An der Grundschule Breitenhagen wurde das öffentliche Telefon ebenso abgebaut wie an der Ecke Feldstraße/Hegenscheider Weg, am Langen Kamp steht nur eine desolate und deshalb hässliche Zelle und an der Rahmedestraße befindet sich zwar gegenüber der alten Firma Berg noch ein komplett erscheinendes Telefon, das aber tot ist. Auch aus dem Buswartehäuschen am Linscheid ist der Fernsprecher verschwunden – er wurde vor Jahren auf drängen der Politik angebracht, weil dort spätabends die Busse der VHS-Theaterfahrten hielten und deren Insassen die Möglichkeit gegeben werden sollte, ein Taxi zu rufen.

Mitspracherecht ist entfallen

Bis zum Jahreswechsel hatten die Städte und Gemeinden noch ein Wörtchen mitzureden, wenn es um öffentliche Fernsprecher ging – sie durften nur abgebaut werden, wenn die Stadt dazu ihr Einverständnis gab. Nach einer Novellierung des Telekommunikationsgesetzes ist das nun nicht mehr erforderlich.

Der Grund für den raschen Niedergang der öffentlichen Fernsprecher liegt auf der Hand: Auf Deutschlands rund 80 Millionen Einwohner entfallen 114 Millionen Mobilfunkverträge.

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