Teilnehmerzahl geht immer weiter zurück / Ziemiak spricht

Schwache Resonanz: Das Kohlbergtreffen schwächelt

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Die Redner beim Kohlbergtreffen des SGV: Altenas stellvertretende Bürgermeisterin Rita Rüth, der JU-Bundesvorsitzende Paul Ziemiak und SGV-Vizepräsident Harald Kahlert (von links).

Altena/Neuenrade -  Einst wurden Sonderzüge eingesetzt, wenn der SGV zum Kohlbergtreffen aufrief und bis zu 3000 Menschen kamen. Daran erinnerte Harald Kahlert, der Vizepräsident des Wandervereins. Er sprach vor deutlich kleinerem Publikum: Es mögen um die 100 (meist ältere) Männer und Frauen gewesen sein, die sich bei traumhaftem Wetter an der Waldweihestätte oberhalb des Kohlberghauses versammelten.

Eine abnehmende Tendenz sei schon seit Jahren zu beobachten, sagte Kahlert. Er führte das auch darauf zurück, dass die einst mit der Pflegeeinrichtung vereinbarte Einkehr ins Kohlberghaus inzwischen nicht mehr möglich ist und damit die Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein der Wanderer fehlt. Trotzdem sei das Kohlbergtreffen eine Tradition, die es beizubehalten gelte, betonte Kahlert. Natürlich leide das Ehrenmal „sichtlich unter Ermüdungserscheinungen“, deshalb werde sich das SGV-Präsidium in Kürze mit der seiner Zukunft und damit auch der des Kohlbergtreffens auseinandersetzen, sagte der SGV-Vizepräsident, der aus Iserlohn kommt.

In Wanderkluft und mit Rucksack waren die meisten Teilnehmer erschienen – da fiel Anzugträger Paul Ziemiak doch sehr auf. Vom Kohlbergtreffen gehe es gleich weiter nach Berlin, wo die CDU-Gremien sich am Abend mit dem Ergebnis der Bayernwahl beschäftigen würden, erklärte der Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU) seinen Aufzug. Ziemiak kommt ebenfalls aus Iserlohn und war als Redner eingeladen. Europa sei ein „einzigartiges Friedensprojekt“, sagte der JU-Vorsitzende und würdigte es als „Ausdruck menschlicher Vernunft“, dass die Völker nach Ende des Zweiten Weltkrieges den europäischen Gedanken nach Kräften befördert hätten. In Deutschland habe das dazu geführt, dass es seiner Generation heute so gut gehe wie keiner zuvor, sagte der 33-Jährige.

Die Abteilungen waren natürlich mit ihren Wimpelstöcken zum Kohlberg gekommen.

Das sei nicht der eigene Verdienst, sondern „das Erbe, das wir von unseren Eltern und Großeltern erhalten haben“. Ziemiak ging auch auf die Kritik am vereinten Europa ein. Es mache keinen Sinn, sich zu sehr mit den Kritikern zu beschäftigen, sagte er. Es gelte aber, berechtigte Kritik aufzugreifen, um Europa und die Europäische Union noch besser zu machen. In Bezug auf den Brexit merkte der Politiker an: „Die britische Regierung handelt völlig planlos.“

„Als Jugendliche fand ich solche Veranstaltungen immer ätzend“, sagte Dr. Rita Rüth, die als stellvertretende Bürgermeisterin die Stadt repräsentierte. Inzwischen wisse sie, dass diese Wahrnehmung falsch sei: Es gelte, Lehren aus der Geschichte zu ziehen: „Wir müssen mehr und öfter an das denken, was früher war“. Auch deshalb hoffe sie auf eine adäquate Lösung für das Denkmal-Problem. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung auch in diesem Jahr vom Posaunenchor des CVJM Dahle.

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