„Techtelmechtel“ mit Folgen

ALTENA ▪ Wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger musste sich ein 19-jähriger Angeklagter am Donnerstag vor dem Amtsgericht veranwtworten. Fünf Mal, so die Staatsanwältin in der Anklageschrift, soll der Altenaer Ende letzten Jahres mit einer damals 14-jährigen geschlafen haben.

Dazu sei es in der Wohnung des 19-Jährigen gekommen, aber auch in der Wohnung der Mutter des Angeklagten. Die Staatsanwältin beschrieb das Mädchen als „kindlich“. Die 14-jährige sei den Wünschen des 19-Jährigen allein wegen ihrer Unreife nachgekommen.

Der 19-Jährige, ohne Schulabschluss und derzeit arbeitslos, zeigte sich vor Gericht nicht sehr kooperativ. Zunächst ließ er durch seinen Pflichtverteidiger mitteilen, es habe „Kontakte“ zu dem Mädchen gegeben. Er werde sich zu den Vorwürfen äußern und zur Klärung des Sachverhaltes beitragen, nachdem das Gericht die als Zeugin anwesende 15-Jährige gehört habe. Das geschah auch, allerdings ohne Öffentlichkeit im Gerichtssaal.

Nach geraumer Verhandlungszeit und einigen Unterbrechungen schien der Angeklagte diese Meinung aber geändert zu haben. „Ich hatte keinen Geschlechtsverkehr mit ihr.“ Es habe sich lediglich um ein „Techtelmechtel“ gehandelt, bei dem man sich geküsst, Händchen gehalten und ein bisschen „gefummelt“ habe. Nachfrage des Richters: „Mehr nicht?“ Antwort: „Dann mache ich mich doch strafbar, deswegen sitze ich doch hier.“

Diese Äußerung brachte dann den Verteidiger des Angeklagten in Rage. „Wenn ich nicht Pflichtverteidiger wäre, wäre ich jetzt aufgestanden und gegangen. Sie sollten besser die Klappe halten.“

Zweifel an der Version des Angeklagten hegte offenbar auch die Staatsanwätlin. Sie erinnerte daran, dass die intimen Begegnungen erst über eine Freundin der 14-jährigen ans Licht gekommen waren.

Am Ende der Verhandlung lautet des Urteil auf vorläufige Einstellung des Verfahrens. Dem 19-jährigen Altenaer wurden jedoch 150 Sozialstunden auferlegt. Richter Dirk Reckschmidt: „Wenn diese abgeleistet werden, dann sehen wir uns in dieser Sache nicht wieder.“ ▪ tk

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