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Technische Probleme stoppen den Bau der Lärmschutzwände

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Von: Thomas Bender

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Bis hierhin und erst einmal nicht weiter: An der Mittleren Brücke enden bislang die Lärmschutzwände.
Bis hierhin und erst einmal nicht weiter: An der Mittleren Brücke enden bislang die Lärmschutzwände. © Bender, Thomas

Die guten Nachrichten zuerst: Zumindest im sensiblen Innenstadtbereich verschandelt auch etwa sechs Monate nach ihrer Fertigstellung noch kein einziges Graffiti die neuen Lärmschutzwände an der Ruhr-Sieg-Strecke. Nur: Warum hört die Lärmschutzwand plötzlich auf?

Altena – Und die Optik ist längst nicht so gewöhnungsbedürftig, wie viele im Vorfeld befürchtet hatten. Im Gegenteil kann man die schmucke Bruchsteinoptik der Lärmschutzelemente durchaus auch als bereichernd empfingen. Nur der Grassamen, der am Fuße dieser Mauer ausgesät wurde, mag noch nicht so recht angehen. Auffällig ist allerdings, dass an der Mittleren Brücke Schluss mit Lärmschutz ist – eigentlich war geplant, den gesamten Abschnitt zwischen Pragpaultunnel und Steinerner Brücke damit auszustatten. Dabei stieß die Bahn aber auf unerwartete Schwierigkeiten: „Vor dem Bau von Lärmschutzwänden sind immer umfangreiche Planungen notwendig, so auch in Altena. Im Laufe dieser Planungen haben Fachexperten die örtlichen Begebenheiten bewertet und Besonderheiten des Baugrunds sowie des Böschungsverlaufs ausgemacht“, teilt die Pressestelle der Bahn auf Anfrage mit.

Schwierige Bodenverhältnisse

Besonders die schwierigen Bodenverhältnisse im Bereich südlich der Mittleren Brücke erfordern danach eine Anpassung der geplanten Lärmschutzwand. Trotzdem werde es weitergehen. Geplant sei jetzt, die Arbeiten bis Ende des Jahres abzuschließen. Über den Effekt der Lärmschutzwände gehen die Meinungen auseinander. Auf Schienenniveau, also zum Beispiel auf der Lenneuferstraße, hört man vorbeifahrende Züge weniger laut als vorher. Von einem entgegengesetzten Effekt berichten einzelne Bewohner von Wohnungen in oberen Stockwerken. Die Bahn sei jetzt lauter als vorher, meint zum Beispiel Uwe Scholz, der an der Lennestraße wohnt. Er vermutet, dass der Schall sich durch die Lärmschutzwände anders bricht und sozusagen nach oben geleitet wird.

Passive Lärmschutzmaßnahmen beantragen

Auch in solchen Fällen kann geholfen werden: Wer sich nach dem Bau der Schallschutzwände immer noch belästigt fühlt, hat die Möglichkeit, passive Lärmschutzmaßnahmen zu beantragen. Gefördert werden zum Beispiel schalldichte Fenster und Lüfter in Gebäuden. In Einzelfällen können auch Dämmungen von Außenfassaden und Dächern bezuschusst werden. „Da die Lärmsanierungsmaßnahmen eine Wertsteigerung des Objektes bedeuten, tragen die Eigentümer ein Viertel der Kosten“, erklärt eine Sprecherin der Bahn.

Untersuchungen an den Tunneln

Die Investition könnte sich lohnen: Wie berichtet, nimmt die Bahn gerade Bodenuntersuchungen an den Tunneln an der Ruhr-Sieg-Strecke vor. Sie will herausfinden, ob und wie sich deren Querschnitte vergrößern lassen. Hintergrund sind Pläne, den Güterverkehr auf der Strecke auszuweiten. Bisher können beispielsweise Züge, die ganze Sattelschlepper aufgeladen haben, die schnellste Verbindung zwischen dem Ruhr- und dem Rhein/Main-Gebiet nicht nutzen.

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