Taufe mit Lennewasser

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Am Samstag gibt es an der Sauerlandhalle eine bunte Zirkusvorstellung, am Sonntag dann eine große Taufe. ▪

ALTENA ▪ Ein „Event“ zu schaffen, das liegt Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier und der evangelischen Kirchengemeinde fern. Und doch ist das, was am Sonntag im Zirkuszelt an der Sauerlandhalle geschehen wird, ein Ereignis. Im Manegenrund werden im Rahmen eines Familiengottesdienstes 26 Babys und Kinder getauft.

Eine bemerkenswerte Zahl, wenn man sie ins Verhältnis setzt zu den Taufen, die sonst in einem ganzen Jahr stattfinden. In zwölf Monaten gibt es in der Gemeinde um die 30 Taufen, weiß Dr. Kehlbreier. Man wird also ein ganzes Jahreskontingent an Taufen in einem einzigen Gottesdienst bewältigen. Die Täuflinge sind zwischen 0 und 13 Jahren alt; darunter auch zwei junge Christen, die derzeit den Konfirmandenunterrricht besuchen.

Das Tauffest steht natürlich in direktem Zusammenhang mit dem zu Ende gehenden „Jahr der Taufe“ in der Evangelischen Kirche Deutschlands. Hintergrund für das konkrete Vorhaben waren Überlegungen im Presbyterium, für dieses Jahr „einen besonderen Akzent zu setzen“, sagt Pfarrer Kehlbreier. So entstand die Idee, in der Gemeinde jene Familien anzuschreiben, deren Kinder noch nicht getauft sind. Von der großen Resonanz sei man dann tatsächlich überrascht worden, hatte Kehlbreiers Frau Merle Vokkert am Rande eines Pressegesprächs zum Zirkusprojekt berichtet.

Neben der großen Zahl der Täuflinge wird das Tauffest durch einen weiteren Umstand zu einer Besonderheit: Getauft wird mit Lennewasser, das während des Gottesdienstes mit den Kindern aus dem nahen Fluss geholt wird. „Die biblische Tradition der Taufe wird damit verortet“, beschreibt Dr. Kehlbreier die Überlegungen, die zu diesem Schritt geführt haben. Schließlich werde ein Täufling ja in eine ganz bestimmte Gemeinde „hinein getauft.“

Studien zufolge gibt es in evangelischen Familien eine ungebrochen hohe Taufbereitschaft. „Sie liegt bei 90 Prozent“, weiß Dr. Dietmar Kehlbreier. In einigen Fällen werde der Schritt dann aber doch nicht vollzogen. „Vielleicht fehlt da dann ein Anlass oder die Gelegenheit. Wir sind dann den Weg gegangen, nicht zu warten, bis die Familien auf uns zu kommen.“ Der große Zuspruch gibt dem Presbyterium hier Recht. Das Tauffest beginnt um 10.30 Uhr. Die Kirchengemeinde macht darauf aufmerksam, dass das Zelt nicht beheizt ist. ▪ tk

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