Im offenen Threewheeler bei der Rallye Burg Altena durchs verregnete Sauerland

Tapferkeitspokal für das Ehepaar Hüttermann

Lieber noch mal trocken machen: Vorm Start an den Stadtwerken wurde manche Scheibe noch mal per Hand gewischt.

Altena  - Ike Knipping legt auf die Tapferkeitsmedaille noch einen drauf: Das Ehepaar Petra und Dr. Thorsten Hüttermann erhält zum feierlichen Abschluss der dritten historischen Rallye Burg Altena einen Pokal. Als dieser Beschluss fällt, sind noch gar nicht alle Läufe ausgewertet. Aber die tapferen Oberhausener haben die gesamte Sauerlandtour im offenen Morgan Threewheeler bestritten.

Das gibt an der Zieleinfahrt natürlich einen besonderen Applaus, denn obwohl Fahrer und Beifahrerin über Stunden Dauerregen ausgesetzt waren, lachen sie immer noch. Das Gläschen Sekt, das ihnen am Lennekai gereicht wird, haben sich die Hüttermanns redlich verdient. Manch anderer Rallye-Teilnehmer gibt zu, erst ganz knapp vor dem roten Teppich das Verdeck geöffnet zu haben. Viele fahren mit Dach überm Kopf vor, aber ihren Humor haben alle behalten, denen Moderator Olaf Diembeck das Mikrofon in die Fahrerkabine hält.

„Für eines war der Regen gut“, erklärt Ike Knipping: „Für den Teamzusammenhalt! Solch eine Rallye vergisst man nicht, das Fahren im Regen ist sehr anstrengend und das schweißt zusammen.“

Die historische Rallye Burg Altena ist schließlich keine gemütliche Sonntagsfahrt zu den schönsten Aussichtspunkten, sondern eine Tour mit Aufgaben, die hohe Konzentration erfordern. Die Copiloten als Hüter des Roadbooks haben es nicht minder schwer, wie die Fahrer, die sich anhand der „Chinesenzeichen“ ihren Weg bahnen und an ausgewählten Stationen auch noch jede Menge Gleichmäßigkeitsfahrten mit der Lichtschranke schaffen müssen.

Trotz der miserablen Wetteraussichten gibt es nur eine regenbedingte Absage an diesem Samstag. Drei Teilnehmer schwenken spontan auf robustere Fahrzeuge um, einer muss mitten in der Rallye noch umsteigen - aus dem Oldtimer steigt Rauch auf. Disqualifiziert wird wegen solcher Wehwehchen aber niemand. „Durchs Ziel kommen, das ist für die meisten hier der größte Ansporn“, wissen Ike und Klaus Knipping als Motoren der Rallye. Viele Mitglieder des Motorsportclubs Altena stehen an der Strecke unter Schirmen parat, um Durchfahrtszeiten zu notieren und Lichtschranken zu positionieren. Die meisten Gleichmäßigkeitsprüfungen finden an Station „Rosmart 1“ statt - 16 Stück müssen die Teilnehmer in der sportlichen Klasse dort bestreiten. Der MSC hat die Durchfahrtszeiten für auserwählte Punkte vorab veröffentlicht, Schaulustige finden sich leider nicht in der erhofften Masse ein. Im Bungern, wo Olaf Diembeck gern Zuschauern berichten möchte, welch schöne Autos dort grade vorfahren, herrscht gähnende Leere.

Zum späten Nachmittag aber füllt sich die Fläche am Lennekai und die Fotoapparate werden zahlreich gezückt, als die Rallye-Teilnehmer einlaufen. Ältestes Schätzchen des Tages ist ein 1953er Mercedes und die weigereistesten Teilnehmer sind aus Saalburg-Ebersdorf in Thüringen gekommen.

Abends wird natürlich angestoßen in und an der Burg Holtzbrinck. Heute muss keiner mehr fahren...

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