Kino-Klassiker: „Das Boot“ ist im MK aufgetaucht    

Tanja Graumann und ihr kreatives Werk.
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Tanja Graumann und ihr kreatives Werk.

Wenn markante Literatur, kreativer Modellbau und deutsche Geschichte aufeinandertreffen: Aus den Tiefen des Atlantiks ist das U-Boot 96 wieder aufgetaucht, besser bekannt als U96 – und weltbekannt als „Das Boot“. Und zwar durch eine Idee der Zeichnerin und AK-Karikaturistin Tanja Graumann, die in Werdohl lebt und zum Team des Apollo-Kinos in Altena gehört.

Altena – Sie kennt das Buch und liebt den Film seit Jahren. Und als Kind liebte sie es, Modelle zu bauen. 2019 kam es der 45-Jährigen dann in den Sinn, mit einem Modellbausatz und dem Originalbuch aus den 1970er Jahren ein Diorama zu gestalten.

Das Boot an sich ist ein ziemlich gut detaillierter Bausatz von Revell im Maßstab 1:350. Die Bemalung ist auf alt getrimmt, „denn das Schiff hat halt schon ein paar Seemeilen auf dem Buckel“, sagt Tanja Graumann. Ihr Ziel: der Geschichte gerecht werden.

Wasser aus Epoxidharz

Und so taucht U96 jetzt im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Buch auf. Das wilde Wasser des Atlantiks ist Epoxidharz, etwa 300 bis 400 Milliliter, blau und gelb gefärbt. Die Wogen sind nachmodelliert. Gegossen wurde das Harz in mehreren Schichten von etwa je 30 Millilitern. Das Buch – „also mein kleines Planschbecken“, wie Tanja Graumann sagt – „ist die erste Version vom Hardcover her. Es gibt auch schon ein paar Nachfolger, aber das Buch habe ich schon vor 30 Jahren gelesen.“

Das genaue Hinsehen lohnt sich, denn es gibt spannende Details. „Die drei Seeminen, die zu sehen sind, habe ich mit Fimo-Knetmasse und 50 Pfennig Klingeldraht gestaltet“, erzählt die Werdohlerin. So kann man auch mit geringen finanziellen Mitteln eine Modell-Landschaft interessant machen.

Begeisterte Cineastin

Der Roman, aber natürlich auch der Film, haben es Tanja Graumann angetan, denn sie ist begeisterte Cineastin. Das Kinowerk von Regisseur Wolfgang Petersen sei zum „besten deutschen Antikriegsfilm“ geworden, außerdem sei die Besetzung mit Darstellern wie Herbert Grönemeyer, Heinz Hoenig, Martin Semmelrogge, Jürgen Prochnow und Uwe Ochsenknecht legendär. „Ich würde den Film ja gerne mal wieder auf der großen Leinwand sehen“, gesteht Tanja Graumann. Er biete einfach eine unnachahmliche Atmosphäre. Die Zeichnerin weiß, wovon sie spricht: Seit 1994 gehört sie zum Team des Apollo-Service-Kinos in der Nette.

Arbeiten mit Teppichmesser

Derzeit muss sie sich mit dem Modell begnügen: Die größte Herausforderung sei die Arbeit mit dem dicken Wälzer gewesen. Mit einem Teppichmesser schnitt sie zunächst Schicht für Schicht eine rechteckige Vertiefung in die Seiten. „Und dann musste ich ja noch sehen, wie ich das dicht bekam.“ Es half schließlich eine dicke Leimschicht. Den Eingriff in die Seiten beschreibt Tanja Graumann mit einem markanten Zitat aus dem Film, wenn auch leicht abgewandelt: „Das muss das Buch abkönnen.“ Im Film sagt Martin Semmelrogge bei einer Tauchübung: „Das muss das Boot abkönnen.“ Das Vorhaben gelang mustergültig. Rund 70 Stunden hat Tanja Graumann in das Projekt hineingesteckt.

Und was könnte als nächstes kommen? Tanja Graumann denkt eine Weile nach und hat dann so einige Ideen: „Der weiße Hai ... oder Ghostbusters.“

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