An die Trompete, fertig, los! Tambourcorps setzt auf die Jüngsten

+
Musikpädagoge Tlako Mokgadi leitet die Kinder im Alter ab vier Jahren an. Er ist übrigens selbst aktiver Musiker im Spielmannszug Dahle, wie die Ideengeberin des Kurses, Daniela Goldbach.

Altena - Mit Rassel, Conga und Schellen geht der Tambourcorps Dahle auf Nachwuchsfang. Ein Musikprojekt für Kinder der besonderen Art.

Montag, 17 Uhr: Julian (4), Jill (5) und Leana (4) hängen im Proberaum des Tambourcorps Dahle an der Altenaer Straße 65 an den Lippen von Tlako Mokgadi. „Was machen wir heute?“, fragt der in München geborene Vollblutmusiker und Jungen und schiebt mit breitem Grinsen provokativ nach: „Krach vielleicht?"

"Nein“, schallt es laut und deutlich aus drei Kinderkehlen zurück. „Muuuusik“. Dieses Wechselspiel zaubert jedem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht. Tlako Mokgadi weiß, wie er Kinder „kriegen“, ja fassen kann. 

Der 55-Jährige ist selbst im Tambourcorps Dahle aktiv und schlägt dort die Trommel. Geboren in München, stammen seine Eltern aus Südafrika. „Deshalb liegt mir Musik einfach im Blut“, sagt er und beugt sich über einen kleinen Koffer. 

"Keine Schranken im Kopf"

Schnell hat er Rassel, Conga oder Schellen, um nur einige Perkussionsinstrumente, die jeder kennt aber vielleicht nicht mit Namen benennen kann, in der Hand. „Ich nehme das mit dem Grün“, sagt Jill und schon rasselt es in ihren zarten Kinderhänden, wenn sie das gut ein Pfund schwere Holzinstrument zum Grummeln bringt. 

Daniela Goldbach, erste Vorsitzende der Spielleute aus Dahle, hatte die Idee, nicht nur Heranwachsende ab zehn, 12 Jahren, für das Corps zu begeistern, sondern den Kurs musikalische Früherziehung im Verein aus der Taufe zu heben: „Wie in jeder Musikschule auch, macht es für mich Sinn, Kinder schon ganz früh an die Musik heranzuführen. Kinder haben keine Schranken im Kopf, Kinder gehen völlig unbekümmert mit Instrumenten um. Das ist eine Chance“, sagt die junge Mutter, die auch ihren Sohn in die neue Gruppe schickt. 

Weitere Kinder willkommen

„Fünf Kinder sind bisher dabei“, sagt die Frau „aber es dürfen ruhig noch ein paar mehr werden.“ Tlako beschäftigt sich mit den Kindern Montag für Montag rund eine dreiviertel Stunde. Dann wird geklatscht, dann werden durch Schütteln, Klopfen, Schlagen oder dem Streichen auf Holz Geräusche erzeugt, die, gemeinsam und in der Gruppe, durchaus klangvoll sind. 

Tlako Mokgadi hat auch schon im Kindergarten Trommelunterricht erteilt. „Ich kann super mit Kindern. Zu sehen, wie sie sich nach und nach zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln und hoffentlich richtig gute Musiker werden, das ist schon ein besonders Geschenk für mich. Musik zu machen ist für mich nie wirklich anstrengend. Ich bin mit Leib und Seele Musiker.“ 

Musik wie mit der Familie

Und, so fügt er an: „Perkussion ist die älteste Form des Musizierens.“ Die Musiker selbst feiern in drei Jahren bereits ihren 125. Geburtstag. Aktiv sind zurzeit 20 Musikerinnen und Musiker, darunter auch fünf Jugendliche. „Bei uns mitzumachen heißt, sich in eine familiäre Gemeinschaft einzufügen“, wirbt Goldbach. Und längst spielen die Aktiven nicht nur schmissige Marschmusik, sondern üben für besondere Anlässe durchaus auch konzertante Stücke ein. 

Flöte, Trommel, Große Trommel, Lyra, Schlagzeug – bis die Kleinen sich an diese Instrumente herantrauen können, wird es noch dauern. „Aber, wenn man mitbekommt, mit welchem Spaß und welcher Freude die Mädchen und Jungen dabei sind, kann ich feststellen: Unser Angebot ist richtig. Wer Lust und Zeit hat, sollte einfach mal montags bei uns an der Altenaer Straße 65 vorbeikommen“, wirbt Goldbach. 20 Euro Teilnahmegebühr erhebt das Corps für diese musikalische Früherziehung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare