Fuelbecker Talsperre läuft über

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Seltener Anblick im Sommer: Die Fuelbecker Talsperre bei Altena läuft über. ▪

ALTENA ▪ Für einen Juli ist das sehr ungewöhnlich: Die Fuelbecke läuft über. Auch am Montag floss noch Wasser, allerdings nur aus einem der vier Überläufe am Kopf der Mauer. Viel spektakulärer war das Bild, das sich in der Nacht zu Samstag bot: Da rauschten mehrere hundert Liter Wasser pro Sekunde über die Außenseite der Sperrmauer.

Ursache dafür: Ein Gewitter in Lüdenscheid, das deutlich heftiger ausfiel als das, was sich zeitgleich in Altena abspielte. Über 40 Liter Regen pro Quadratmeter wurden im Verlauf des Unwetters an einer Wetterstation in Lösenbach gemessen. Das führte zu einem deutlichen Anstieg aller Gewässer in und um die Kreisstadt.

Ablesen lässt sich das an einem Pegel, den die Stadtwerke an einem der Fuelbecke-Zuläufe betreiben und dessen Daten neuerdings Online abgerufen werden können – übrigens sehr zur Überraschung von Ralf Berlet, dem technischen Leiter des Unternehmens. Er wusste nichts davon, dass das Landesamt für Natur- und Umweltschutz (Lanuv) den Pegel in eine seiner Online-Datenbanken übernommen hat. Den Werte des wichtigen Lenne-Pegels Altena kann man dort schon lange online abrufen, neu hinzugekommen ist neben dem Pegel Rosmart an der Fuelbecke einer, der kurz vor der Mündung den Wasserstand des Fuelbecker Bachs misst.

Der Pegel an der Fuelbecke muss sein, weil die Stadtwerke genau Rechenschaft darüber ablegen müssen über das, was sich an der Talsperrre tut. Das ist Inhalt einer wasserrechtlichen Genehmigung. Zulauf, Ablauf und Entnahme müssen genau dokumentiert werden. Dazu gibt es schon seit 30 Jahren den Pegel.

Vor etwa anderthalb Jahren wurde er so umgebaut, dass sein Daten elektronisch erfasst und abgerufen werden können – letztlich ein Frage der Arbeitserleichterung, wie Berlet betont. Dass neuerdings jedermann Zugang zu den Daten hat, ist für ihn nicht weiter schlimm: „Das ist ja kein Geheimnis“. ▪ Thomas Bender

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