Tagesmütter-Streik: Kommunalpolitiker schweigen 

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Altena -  Um den Tagesmütter-Streik ging es im Jugendhilfe-Ausschuss. Doch die Politiker zeigten sich wortkarg. Nur zwei bezogen klare Position zum Ärger.

Noch einmal entschuldigte sich Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU) für den Ausdruck „Sturm im Wasserglas“. Als einen solchen hatte er einen eintägigen Streik der Tagesmütter bezeichnet. Er habe zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, dass es um viel mehr gegangen sei als um verspätete Zahlungen. 

Das Ausmaß der Versäumnisse sei ihm erst später bewusst geworden, die Verwaltung sei jetzt mit Hochdruck dabei, sie aufzuarbeiten. Dabei ziehe man auch Lehren aus dem Gewesenen: Einen Betreuungsplatz bei einer Tagesmutter sollen Eltern zukünftig erst dann erhalten, wenn sie alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt haben. 

Austausch vereinbart

Außerdem wurde in einem ersten, internen Gespräch mit den Tagesmüttern vereinbart, dass es zukünftig einen regelmäßigen Austausch zwischen Tagesmüttern, Verwaltung und Politik geben soll. 

Hollstein beklagte sich darüber, dass in diesem Fall über Facebook rigoros auf die Verwaltung eingeschlagen worden sei. Besser wäre es gewesen, die Betroffenen hätten zum Telefonhörer gegriffen und ihn angerufen, sagte er. 

„Sie sind keine Kinderbetreuung zweiter Klasse. Die Stadt weiß, dass sie auf Sie angewiesen ist“, sagte der Ausschussvorsitzende Uwe Kober (CDU) an die Adresse der anwesenden Tagesmütter. 

Kein "Öl  hineingießen"

Neben ihm ergriff nur Ulrich Biroth das Wort. Er kritisierte den Tenor einer Veröffentlichung auf der Homepage der Stadt: „Es ist besser, aus der Diskussion Feuer herauszunehmen, statt Öl hineinzugießen.“ 

Einmal mehr stelle er fest, dass die Personaleinsparungen der Vergangenheit dazu führen, dass die Mitarbeiter überlastet seien und Arbeiten nicht mehr ordnungsgemäß erledigt werden könnten. Eine Kritik, der sich nach der Sitzung auch die Tagesmütter anschlossen. 

SPD und Grüne schweigen

Nachdem sich in der vergangenen Woche der SPD-Fraktionsvorsitzende Lutz Vormann in dieser Sache zu Wort gemeldet und eine Abgabe des Jugendamtes an den Kreis ins Gespräch gebracht hatte, sagten die SPD-Mitglieder im Jugendhilfeausschuss dazu kein einziges Wort. Auch Anna Katharina Hübenthal, Bürgermeisterkandidatin der Grünen und beratendes Mitglied im Ausschuss, schwieg zu dem Vorfall.

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